Das Grazer Jubiläum für die Zeit
Einst höchster Punkt der Grazer Stadtbefestigung war der Uhrturm nebst Landhaus einzige Zeitquelle für viele Grazer. Im August feiert die aktuelle Uhrturm-Uhr ihr 300. Jubiläum.

Foto © Jürgen Fuchs
In Graz feiert die Zeit selbst derzeit ein Jubiläum. Vor 300 Jahren installierte Michael Sylvester Funk die heute noch aktuelle Uhr im Uhrturm. Zwar gab es bereits seit 1569 eine Uhr im Turm, doch spätestens seit August 1712 ist nun auch von einem Minutenzeiger die Rede.
Peter Lauckhardt, Historiker und Schloßberg-Experte, sieht die Bedeutung des Uhrturms in vielerlei Hinsicht. "Man muss sich vorstellen, dass einst die Stadtmauer vom Sacktor bis zum Paulustor verlief, höchster Punkt dieser Mauer war der Stadt- unser heutiger Uhrturm." Der Rest des Schloßbergs war einst ja unter landesfürstlicher Verwaltung.
Insofern kann Lauckhardt auch der französischen Sprengung der Schloßbergfestung im Jahre 1810 etwas abgewinnen. "Wäre das damals nicht passiert, wer weiß, wie lange den Grazern der Zugang zum Berg verwehrt worden wäre." Er erinnert daran, dass damals kein Grazer auf den Schloßberg konnte, da es sich um eine Festung handelte, später auch um ein Großgefängnis.
Die symbolische Bedeutung des Uhrturms war seit jeher also groß, ganz zu schweigen davon, dass er für viele neben dem Landhaus die einzige Zeitangabe darstellte. Kein Wunder also, dass er unlängst für viel Geld saniert wurde, denn wie Big Ben oder Eiffelturm ist dieses Wahrzeichen nicht mehr wegzudenken. Auch wenn heutzutage kaum noch jemand hinaufschaut, wenn er wissen will, wie spät es ist.


















