Ab Donnerstag läutet die "Liesl" wieder
Seit drei Monaten ist die "Liesl" im Glockenturm am Schloßberg stumm, der Klöppel war gebrochen. Ab Donnerstag werden die 101 Glockenschläge für neuen Klang in Graz sorgen.

Foto © KLZ / Kanizaj
Wer gestern schon die "Liesl" gehört hat, wurde Zeuge eines neuen Klangteppichs, der ab Donnerstag wieder regelmäßig über Graz schweben wird. Beim sogenannten "Vorton" stellte Experte Josef Reicht fest, dass der Glockenschlag nun "weich und wohlklingend, mit mehr Volumen" und "weniger hart und stählern" ist. Ab Donnerstagmittag ist es dann offiziell: Die Schloßberg-"Liesl" wird erstmals seit April ihre gewohnten 101 Glockenschläge dreimal täglich erklingen lassen.
Auch der Gnaser Josef Reicht, der mit seiner "Turmuhren & Läutwerke"-Firma die Liesl seit zehn Jahren betreut, wird erleichtert sein. Dass im April plötzlich ein Teil des Unterklöppels abgebrochen ist, sei auf eine Materialermüdung zurückzuführen. Kein Wunder, wurde der Klöppel doch 1883 das erste Mal renoviert und hatte davor wohl schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel. Vergangene Woche wurde der 220 Kilo schwere Nachfolger mit einem Kran in den Glockenturm befördert, seitdem feilt Reicht gemeinsam mit Frau Stefanie und Sohn Manuel am Auftritt des renovierten Geläuts.
Und er ist stolz: "Dieser Klöppel wurde von Rosswag, der größten deutschen Freiformschmiede aus Pfinztal bei Stuttgart, geformt." Er besteht aus einem besonders schonenden Material und wurde ganz bewusst nicht schwarz lackiert wie der alte. Denn: "Man soll ruhig sehen, dass er nagelneu ist."


















