Neue Forderungen gegen den GAK
Nach Schwarzgeldzahlungen von 1999 bis 2007 bei den Rotjacken stehen rund vier Millionen Euro an Steuernachzahlung im Raum. GAK-Chef Bittmann: "Das trifft uns heute nicht."

Foto © GepaDie GAK-Fans werden es schon nicht mehr hören können, aber es gibt neue Forderungen gegen ihren Klub.
Dieser Tage erreichte ein Brief mit brisantem Inhalt das Rathaus in Graz. Absender: das Finanzamt. Betreff: Forderungen an den GAK.
Der GAK, steht dort, schulde der Stadt Graz noch 140.000 Euro an Kommunalsteuer. Diese Forderung gehe auf die Jahre 1999 bis 2007 zurück. In diesem Zeitraum wurden bei den Rotjacken rund 4,5 Millionen Euro an Schwarzgeldern ausbezahlt. Das hat die Staatsanwaltschaft in ihren jahrelangen Ermittlungen festgestellt. Besonders hilfreich sei jene ehemalige Buchhalterin des GAK gewesen, die Ende des Vorjahres ausgepackt hatte - und gleichzeitig mit Ex-Präsident Peter Svetits auch kurzfristig in Untersuchungshaft gesessen war.
Die jetzigen Forderungen seien auch ein Ergebnis der Erkenntnisse von damals, so Hansjörg Bacher von der Staatsanwaltschaft Graz. Und ÖVP-Stadtrat Gerhard Rüsch bestätigt die Forderungen von 140.000 Euro der Stadt Graz. "Aber wir müssen uns die Sache erst genau anschauen und entscheiden dann, wie wir damit umgehen", so Rüsch an seinem ersten Arbeitstag nach dem Urlaub.
Wer muss zahlen?
Dabei sind die 140.000 Euro noch das geringste Problem, macht die Kommunalsteuer doch nur drei Prozent der Lohnsumme aus. Die großen Brocken sind Forderungen der Finanz und der Gebietskrankenkasse, die sich zusammen dem Vernehmen nach auf fast vier Millionen Euro belaufen.
Und wer muss die Millionen jetzt bezahlen? "Wir sicher nicht", sagt der aktuelle GAK-Präsident Benedikt Bittmann, der seit 2010 versucht, endlich Ruhe in den Verein zu bringen. "Wenn jetzt Forderungen von vor zehn Jahren und mehr auftauchen, kann das nicht uns treffen. Da waren immerhin drei Zwangsausgleichsverfahren dazwischen, ist drei Mal ein Masseverwalter drübergegangen - auch wenn ich kein Jurist bin, mache ich mir da keine Sorgen." Finanziell könnte das der derzeitige Regionalligaverein wohl nicht stemmen.
Rechtsexperten sehen das anders als der Präsident: Demnach ist sehr wohl der GAK in der Pflicht, die Nachzahlung zu leisten. Aber: Erstens könnte sich der Betrag verkleinern, weil auch hier die Quoten von den Zwangsausgleichsverfahren gelten könnten. Zweitens sollte sich der GAK an einem möglichen Verfahren gegen die Ex-Präsidentenriege als Geschädigter anschließen. Dann könnte man sich im Falle einer Verurteilung das Geld von dort zurückholen.
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Bild vergrößernDer GAK feiert am 18. August 2012 seinen 110. Geburtstag. Aus diesem Anlass gibt es ein aktuelles Foto vom gesamten "roten" Team.Foto © Martin Wiesner | GAK
Der GAK feiert am 18. August 2012 seinen 110. Geburtstag. Aus diesem Anlass gibt es ein aktuelles Foto vom gesamten "roten" Team.Grafik © Martin Wiesner | GAK


















