"Positive Signale" nach Gläubigerversammlung
Nach der ersten Gläubigerversammlung im Insolvenzverfahren rund um Neckermann Österreich stehen die Zeichen aus Sicht der Kreditschützer gut. Die deutsche Valovis-Bank dürfte 70 Prozent des Finanzierungsbedarfs decken.

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Nach der ersten Gläubigerversammlung im Insolvenzverfahren rund um Neckermann Österreich stehen die Zeichen aus Sicht der Kreditschützer gut. Die deutsche Valovis-Bank dürfte 70 Prozent des Finanzierungsbedarfs decken und die österreichische Neckermann-Hausbank RLB Oberösterreich soll mit weiteren zwei Millionen Euro einspringen. Trotzdem komme das Unternehmen nicht um einen neuen Investor herum, der das Sanierungsverfahren als eigenständiger Versandhandel finanzieren muss. Gespräche würden mit mehreren Interessenten laufen, einen konkreten Abschluss gebe es aber noch nicht.
Ein "arbeitsintensives Insolvenzverfahren" werde die Neckermann-Pleite, so Markus Graf vom Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) am Montag zur APA. Das Problem sei, dass man Neckermann Österreich vom Mutterkonzern abnabeln müsse. Gleichzeitig seien aber weiterhin die Kunden mit einem bisher zu 70 Prozent aus Deutschland übernommenen Sortiment zu beliefern. Daher versuche das Unternehmen gerade die Umstellung auf Direktlieferung, anstatt über den insolventen Mutterkonzern auszustellen.
620 Gläubiger
Für die Finanzierung soll die Valovis-Bank mit mehreren Millionen Euro mit an Bord gehen und 70 Prozent der Kundenforderungen bevorschussen. Da bis Ende 2012 mit einem Finanzierungsbedarf von 8,2 bis 9,4 Millionen Euro zu rechnen sei, werde wohl auch die oberösterreichische Hausbank und ein bisher noch nicht gefundener Investor Mittel in das Unternehmen stecken müssen, meinte Graf. Er habe bei der Gläubigerversammlung "positive Signale" wahrgenommen.
Derzeit haben sich mehr als 620 Gläubiger an das Verfahren angeschlossen, aber nicht alle hätten bisher Forderungen eingereicht. Die Frist endet am 17. September 2012. Erst danach ließe sich sagen, wie hoch die Forderungen insgesamt seien. Aktuell sei Neckermann Österreich nicht überschuldet: Passiva in der Höhe von 40 Millioen Euro stehen 48 Millionen Euro Aktiva gegenüber. Unklar sei aber noch, ob der Mutterkonzern noch Forderungen stellen werde und könne, und was mit dem deutschen Warenlager passiert.
Am 22. Oktober findet die Prüfungstagsatzung statt, bei der es Klarheit über die tatsächliche Höhe der Forderungen geben dürfte.
Seitens Neckermann Österreich hieß es nach der Gläubigerversammlung, die Finanzierung des weiteren Betriebes sei gesichert, die Geschäfte würden fortgeführt und diverse Investoren zeigten sich interessiert. "Eine erste Abschätzung der Gesamtlage stimmt zuversichtlich", so Masseverwalter Norbert Scherbaum. Die Entwicklung der Bestelleingänge stelle sich nach wie vor positiv dar, so das Unternehmen. Vorstand und Belegschaft zeigten sich zuversichtlich, eine Sanierung werde gelingen.

















