Offensivfeuerwerk zur rechten Zeit
Mut und Lust zur Offensive prägten Sturms Auftritt gegen teils überforderte Wolfsberger. "Dieser Sieg war sehr wichtig für uns", sagte Neo-Coach Peter Hyballa nach dem 4:1.

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Der 4:1-Erfolg über den WAC hat vielen Fans von Sturm Graz Appetit auf mehr gemacht. Am Samstag lösten die Steirer genau jene Versprechen ein, die Neo-Coach Peter Hyballa zu Saisonbeginn abgegeben hatte: Mut und Lust zur Offensive, die im höchsten Sieg seit 10. Dezember 2011 (5:1 gegen Austria) gipfelten. "Dieser Sieg war sehr wichtig für uns", sagte Hyballa, dem das Erfolgserlebnis besonders gelegen kam.
Denn in Graz war nach zwei Niederlagen gegen Mattersburg und Salzburg bzw. einem Sieg gegen die Austria bereits die Angst vor dem schlechtesten Saisonstart seit sechs Jahren umgegangen. Befürchtungen, die durch das schnelle 0:1 nach nur 110 Sekunden zusätzliche Nahrung erhielten. "Da haben wir geschlafen", sagte Darko Bodul. Hyballas Plan, mit geballter Offensivkraft zum Erfolg zu kommen, schien dadurch sabotiert. Denn der Deutsche hatte mit den nominellen Spitzen Richard Sukuta-Pasu und Rubin Okotie, sowie den dahinter agierenden Imre Szabics und Bodul vier gelernte Stürmer aufgeboten.
"Sukotie" schlug zu
Doch die Antwort der "Blackies", die noch vor der Pause auf 4:1 erhöhten, fiel perfekt aus. Szabics und Okotie stellten schon nach neun Minuten auf 2:1 und ebneten so den Weg zum Sieg. "Das 0:1 war ein richtiger Weckruf für uns", sagte Okotie, der mit seinem ersten Bundesliga-Doppelpack seit 2. August 2009 (damals für die Austria) auch seine Nachnominierung in Österreichs Nationalteam rechtfertigte. "Ich freue mich sehr, dass ich endlich wieder im Team dabei bin. Es war ein langer Weg zurück", meinte Okotie.
Die taktische Ausrichtung der Grazer fand viel Anklang bei Okotie. "Offensiv und mit so vielen Stürmern, jeder von uns kann auf jeder Position spielen. So sind wir schwer auszurechnen", meinte der 25-Jährige. "Architekt" Hyballa selbst durfte aufatmen. "Das frühe Gegentor war wieder durch einen blöden Verteidigungsfehler, doch die Mannschaft hat ein gutes Gesicht gezeigt und mit den zwei schnellen Treffern die richtige Antwort geliefert", meinte der Deutsche, der freilich noch Verbesserungsbedarf in der Verteidigung erkannte: "Daran werden wir Schritt für Schritt weiterarbeiten."
WAC-Coach Nenad Bjelica, der mit seiner Truppe weiter bei drei Punkten hält, ärgerte sich vor allem über die defensiven Schnitzer. "Ohne die individuellen Fehler wäre das Spiel vielleicht anders verlaufen", erklärte der Kroate. Mittelfeldmann Michael Liendl versuchte, seine Kameraden aufzurütteln: "Wir haben uns angestellt wie kleine Kinder, wenn wir so weiterspielen, wird es schwer."
Indes war in Innsbruck das Aufatmen über die ersten Punkte für Wacker nach dem im Finish erkämpften 2:1 über den SV Mattersburg und drei Auftaktniederlagen unüberhörbar. Trainer Walter Kogler, dessen Position bei einer weiteren Niederlage wohl zur Diskussion gestanden wäre, bewies mit seinen Einwechslungen ein Goldhändchen. Neuzugang Marcelo Fernandes (83.) und Christopher Wernitznig (91.) sorgten für die ersten Punkte in dieser Saison.
Schwerer Rucksack für Tiroler
"Um meine Person geht es nicht, wichtig sind die drei Punkte", sagte Kogler nach der Partie. Und bekannte dabei, dass für einige seiner Spieler der "Rucksack sehr schwer" gewesen sei. "Besonders nach dem frühen Gegentor hat man die Verunsicherung der Mannschaft gemerkt", analsysierte Kogler. "Da war nichts mehr von Kombinationen zu sehen, oder vom Drang nach vorne. Aber die Mannschaft hat immer gekämpft und wurde schließlich dafür auch belohnt."
Selbstkritik gab es jedoch bei den unterlegenen Burgenländern, die hofften, sich mit einem weiteren vollen Erfolg nach zwei Siegen in der oberen Tabellenhälfte festzusetzen. "Ich habe mich wohl in einigen Spielern getäuscht", sagte Mattersburg-Trainer Franz Lederer. Und Ilco Naumoski kritisierte, dass man mit Kontern zu leichtfertig umgegangen sein. Der größte Pechvogel war aber Nedejko Malic, der schon vor der Pause mit einem Kreuzbandriss ausschied.














