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Zuletzt aktualisiert: 12.08.2012 um 07:00 UhrKommentare

Alexander Podesser: Chefkoch in der steirischen Wetterküche

Alexander Podesser leitet die steirische Außenstelle des Wetterdienstes Zamg. Im heurigen Unwettersommer sind er und seine Kollegen besonders gefragt.

"Schon als Sechsjähriger habe ich regelmäßig beim Wetterdienst angerufen": Das Wetter hat Alexander Podesser schon früh fasziniert

Foto © MARIJA KANIZAJ"Schon als Sechsjähriger habe ich regelmäßig beim Wetterdienst angerufen": Das Wetter hat Alexander Podesser schon früh fasziniert

Beschaulich sind die vergangenen Wochen für Alexander Podesser nicht verlaufen. Wenn in der Steiermark ein Unwetter das nächste jagt, sind Wetterexperten wie er eben gefragt. "Wetterwarnungen gehören nun einmal zu unseren hoheitlichen Aufgaben", sagt der 52-Jährige. Und zu warnen hat es für den Grazer und seine zwölf Mitarbeiter in diesem Sommer bereits eine Menge gegeben.

Seit 2010 leitet Podesser die steirische Außenstelle der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (Zamg) in der Grazer Klusemannstraße. Ein Jahr wie heuer ist dem Wetterfachmann noch nicht oft untergekommen. Erst die lange Trockenheit, danach Rekordniederschläge, Muren und Überschwemmungen. "Und natürlich wollen da alle möglichst genau wissen, wo die nächsten Unwetter niedergehen", sagt Podesser.

Oft leichter gesagt als getan. "Man kann so etwas kaum auf den Kilometer genau vorhersagen." Um dennoch möglichst rasch und präzise auf Gefahren hinzuweisen, hatte die Zamg während der brenzligen Phase in St. Lorenzen eigens einen Mitarbeiter in der Obersteiermark stationiert. "In dieser Situation überlegt man sich schon genau, was man sagt", erzählt Podesser. "Es ist halt ein Unterschied, ob ich einen Badetag voraussage, der dann nicht eintrifft, oder ob ich den Menschen Entwarnung gebe, und dann geht die nächste Mure ab."

Insgesamt seien die Vorhersagen in den vergangenen Jahrzehnten wesentlich genauer geworden. "Als das noch nicht so war, ist unser Berufsstand oft verunglimpft worden. Wir waren dann die ,Meteorolügen' oder ,Wetterpropheten'. Dieser Ruf hängt uns leider heute noch nach. Das schmerzt manchmal schon", sagt der 52-Jährige.

Auch die Zamg hat sich über die Jahrzehnte von einem Beamtenapparat zu einem modernen Dienstleister entwickelt. In Wien betreibt der Wetterdienst heute einen der leistungsfähigsten Rechner der Welt, der die Prognosesicherheit drastisch erhöht hat. "Seriös lässt sich das Wetter trotzdem nur über zehn Tage vorhersagen", sagt Podesser.

Dass der Grazer in die Meteorologie gehen würde, hatte sich früh abgezeichnet. "Schon als Sechsjähriger habe ich regelmäßig beim Wetterdienst angerufen und mich immer gefreut, wenn es Schnee gegeben hat." Eine Begeisterung, die ihm geblieben ist. "Bei Schneetreiben, Kälte und Sturm fühle ich mich am wohlsten", sagt der bekennende "Winter-Fan". Kein Zufall also, dass Podesser vor 13 Jahren ausgerechnet über den Lawinenwarndienst bei der Zamg einstieg.

Wenngleich es nicht immer einfach ist, das Alltagsgesprächsthema Nummer eins als Beruf zu haben. "Einerseits hat man zwar mit jedem sofort ein Thema, über das man plaudern kann. Andererseits wollen halt immer alle wissen, wie das Wetter wird. Das kann schon anstrengend sein."

Wirklich los lässt den zweifachen Vater sein Beruf ohnehin nie. Er verfolgt ihn in alle Winkel seines Lebens "Vor allem, weil ich ja am nächsten Tag immer gleich sehe, ob ich richtig gelegen bin." Will er doch einmal Abstand, betreibt er Sport - vornehmlich im Winter und auf Skiern, versteht sich.

GÜNTER PILCH

Zur Person

Jürgen Gruber, geboren am 23. Jänner 1981 in Knittelfeld.

Nach seiner Ausbildung zum Mediendesigner absolvierte er die Fachhochschule in Salzburg und schloss die Ausbildung für Filmproduktion an der Filmuniversität in Helsinki ab.

Groox gehört zur Grazer Gries-Mediengruppe, Spezialgebiet: Sportdokumentationen.

DVD: www.iaa-themovie.com

40 Wetterstationen, die alles aufzeichnen

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (Zamg) ist der zentrale staatliche Wetterdienst in Österreich. Hauptsitz ist die Hohe Warte in Wien, die steirische Regionalstelle existiert seit 1996. In der Grazer Klusemannstraße 21 werken heute 13 Mitarbeiter an Wettervorhersagen, Statistiken, Lawinenwarnungen sowie an diversen Gutachten und Forschungsprojekten. Die steirische Zamg betreibt 40 Wetterstationen und 15 Lawinenmessstellen (die teils auf niederösterreichischem Gebiet liegen). Das Team setzt sich aus Meteorologen, Geografen, Physikern und Umweltsystemwissenschaftlern zusammen. Die Wetter- und Klimaaufzeichnungen der Zamg reichen bei manchen Messstellen mehr als 100 Jahre in die Vergangenheit.

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