"Das Pammer wird nie wieder ein Bad werden"
Ex-Besitzerin und künftiger Bauherr er- teilen "Freizeitareals-Plänen" der Stadt klare Absage. Investor Tonweber: "Ich habe den Atem, auf die Widmung zu warten."

Foto © FuchsDas einstige Pammerbad verfällt zusehends
Das war Wasser auf die Mühlen eingeschworener Pammerbad-Liebhaber: Peter Stepantschitz, Leiter des Grazer Bürgermeisteramtes, ließ durchblicken, dass ein Wohnbauprojekt auf dem Areal, wo derzeit der Pool als "Baum-Biotop" verwildert, noch nicht gegessen sei. Denn im neuen Stadtentwicklungskonzept ist neben "Wohnen in mittlerer Dichte" immer noch auch die bestehende Widmung "Freizeit, Sport, Ökologie" verankert (wir berichteten). Welche zum Zug komme, entscheide man mit dem neuen Flächenwidmungsplan, schließt Stepantschitz nicht aus, dass es eine "Vorbehaltsfläche Sport" bleibe.
Dass jetzt deshalb viele Grazer neue Hoffnung schöpfen, sie bekämen ihr "Pammerbad" zurück, das vor neun Sommern die letzte Saison geöffnet hatte, wurmt die einstige Betreiberin Elisabeth Tschirschwitz gewaltig: "Ich habe seit der Schließung immer dezidiert gesagt, es wird hier kein Freibad mehr geben." Sie hat die ebene Fläche des einstigen Freibadareals, in Summe rund 8500 Quadratmeter, längst an die Projektentwicklungsfirma Immoton verkauft, die hier Wohnungen hochziehen will.
Immoton-Chef Thomas Tonweber räumt daher mit allen Freizeitareal-Wunschvorstellungen auf: "Ich verstehe, dass sich viele Menschen, die schon als Kinder hier gebadet haben, das Pammerbad zurückwünschen. Aber das wird nicht passieren. Das ist ein Privatgrundstück und gehört nicht der Öffentlichkeit."
Angesichts der enormen Wohnungsnachfrage in Graz und den umliegenden Verbauungen sei "die grüne Insel des einstigen Pammerbades" auch stadtplanerisch logisch als Bauland zu widmen, meint der Investor. Er ist nach vielen Vorgesprächen zu seinem Projekt von den Stadtverantwortlichen einigermaßen enttäuscht: "Im Rathaus war man immer zögerlich, spielte auf Zeit, um sich offenbar bei der heiligen Kuh Pammerbad nicht in die Nesseln zu setzen." Er geht davon aus, dass das Areal 2013 in der Revision des Flächenwidmungsplanes in Bauland umgewidmet wird: "Dann haben wir die geplanten 25 exklusiven Wohneinheiten im Pammerbad bis 2015 fertiggestellt." Sollte es keine Baulandwidmung geben, gebe er die Pläne dennoch nicht auf: "Ich habe den langen Atem zu warten, bis es diese Baulandwidmung gibt." Schade wäre es, wenn die Anlage weiter so verwittere und weiter Ziel von Vandalenakten bliebe, ärgert sich Tschirschwitz.
















