Harte Kritik am GAK-Deal
Investoren zahlten 2008 eine Million Euro fürs GAK-Trainingszentrum, Stadt bietet ihnen jetzt 1,6 Millionen.

Foto © HoffmannSportzentrum Nord statt GAK-Trainingszentrum?
1,6Millionen Euro will die Stadt der Investorengruppe rund um Sprecher Ralph Schilcher für das GAK-Trainingszentrum zahlen. Eine Summe, mit der ÖVP und FPÖ leben können, die SPÖ wohl auch - Grüne und KPÖ sind aber massiv dagegen. Die grüne Vizebürgermeisterin Lisa Rücker fragt sich: "Warum muss die Holding wieder Investoren retten, wenn gleichzeitig das Geld etwa für Straßensanierungen fehlt?"
Auch KPÖ-Chefin Elke Kahr ist gegen den Deal. "Die 1,6 Millionen müssen ja irgendwo herkommen - ich hoffe, sie fehlen nicht bei sozialen Anliegen."
Und tatsächlich: Vor dem Hintergrund des Vertrages aus dem Jahr 2008 zwischen Stadt Graz und der Investorengruppe erscheinen die 1,6 Millionen Euro viel. Damals kaufte die Gruppe aus sieben teils anonymen Gesellschaftern das Trainingszentrum aus der Konkursmasse des GAK heraus. Kaufpreis für das Superädifikat: eine Million Euro. Gleichzeitig wurde das Superädifikat an eine Bank verpfändet, mit der Verpflichtung, das Trainingszentrum bis heuer wieder lastenfrei zu stellen. Das ist nicht gelungen, die Bank droht nun mit einer Zwangsversteigerung. Dem will Bürgermeister Siegfried Nagl zuvorkommen - und die Investoren um 1,6 Millionen Euro auskaufen. Bei der Höhe des Preises stützt er sich auf ein Gutachten, das die Stadt in Auftrag gegeben hat.
Pikantes Detail: Ex-GAK-Präsident Rudi Roth, der sich am Montag beim GAK-Gipfel als "Mediator" vorgestellt hat, ist Teil der Investorengruppe. Über eine Stiftung hat er 600.000 Euro investiert.
Und woher nimmt die Stadt die 1,6 Millionen? "Das wissen wir noch nicht", sagt VP-Sportstadtrat Detlev Eisel-Eiselsberg. Alle warten auf Finanzstadtrat Gerhard Rüsch, der noch urlaubt.


















