Jeder fünfte Hauptschüler ist zu dick
Zu wenig Bewegung, falsche Ernährung: Der Ärztliche Dienst der Stadt Graz hat den Gesundheitszustand der Grazer Pflichtschüler erhoben. Mit teils alarmierenden Ergebnissen.

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Je älter die Kinder werden, desto dicker werden sie. So kann man die Statistik zusammenfassen, die der Ärztliche Dienst der Stadt Graz über den Gesundheitszustand der Grazer Pflichtschüler erstellt hat.
Zu den Details: In der ersten Klasse Volksschule sind sieben Prozent übergewichtig; in der vierten Klasse VS schon 13 Prozent und in der vierten Klasse Hauptschule ist jeder fünfte Schüler zu dick. Die Gymnasien sind in der Statistik nicht erfasst, weil die nicht vom Ärztlichen Dienst der Stadt betreut werden.
"Die Gewichtszunahme der Kinder wird zu einem echten Problem", sagt Ines Pamperl vom Ärztlichen Dienst. Die Ursachen: falsches Essverhalten, vor allem aber mangelnde Bewegung.
Das Gegenrezept
Was tun? "Bewusstsein schaffen. Es bringt nichts, wenn ein übergewichtiges Kind auf Diät gesetzt wird und in einem Monat acht Kilo abnimmt." Die Eltern müssen die richtige Ernährung und die Lust an der Bewegung vorleben. Und das wird immer schwieriger: In vielen Familien arbeiten beide Elternteile, die gemeinsame Zeit mit den Kindern wird immer kürzer - die Kinder sind so oft auf sich alleine gestellt.
Generell sagt Pamperl: "Sportvereine sind gut, wichtiger ist es aber, die Bewegung im Alltag zu forcieren: kurze Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen, am Wochenende in den Wald gehen."
Das Übergewicht spiegelt sich auch in den hohen Zahlen von Haltungsschäden wider. Jeder vierte Grazer Pflichtschüler hat eine Haltungsschwäche. "Die Eltern müssen sich bewusst machen: Übergewicht bedeutet eine Einschränkung der Lebensqualität ihres Kindes - meist für das ganze Leben", sagt Pamperl.
Darauf zielt auch Jugend- und Sportstadtrat Detlef Eisel-Eiselsberg ab: "Bei Kindern geht es um Weichenstellungen für eine gute körperliche und soziale Entwicklung." Daher versucht die Stadt mit vielen Projekten gegenzusteuern: von der Ernährungsberatung an Schulen bis zu den kostenlosen Sommersportkursen.
Auch bei den Zähnen ist die Situation bedenklich: 20 Prozent haben Probleme mit Karies. "Die Zahnpflege beginnt bei vielen zu spät", so Pamperl. Geputzt werden soll ab dem ersten Zahn, mit drei Jahren sollte das Kind das erste Mal zum Zahnarzt.
In Kindergärten haben sich die Experten die Sprachfähigkeit angeschaut: 36,75 Prozent haben Sprachdefizite. Pamperls Analyse: "Es wird zu Hause zu wenig gesprochen und vorgelesen."

















