Zur Lage der Liga: Runde drei
Heribert Weber macht sich für die Kleine Zeitung Gedanken über das Geschehen in der Fußball-Bundesliga.
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Laufen die Gedanken der Spieler in eine völlig falsche Richtung? Oft höre ich, dass die ständige Unruhe im Verein und die harte Kritik an Sturm nach Niederlagen die Köpfe blockieren. Werden Schuldige in anderen Bereichen gesucht, um eigene Schwächen zu kaschieren? Was passiert den Spielern, wenn sie auftreten wie in der zweiten Hälfte in Mattersburg? Nichts, weil der alleinige Verlierer immer der Trainer ist. Ist die Eigenverantwortung der Spieler völlig verloren gegangen? Klar erfordert es Mut, in aller Öffentlichkeit Fehler einzugestehen. Aber anscheinend geschieht diese reinigende Aussprache nicht einmal intern. Warum ich das glaube? Weil ich von dieser talentierten Truppe seit dem Gewinn des Meistertitels eine Rückwärtsbewegung feststellen muss, die nur mit dem Innenleben des Teams zu tun haben kann.
Wie sonst ist es zu erklären, dass es seit mehr als einem Jahr nie zwei gute Spieler hintereinander gegeben hat. Ich wäre schon mit zwei guten Spielhälften hochzufrieden. Schaut euch in den Spiegel, Ausreden auf das System oder Kritik an diversen Rochaden in der Personalpolitik sind kein guter Ratgeber und lenken nur vom Wesentlichen ab. Siegen ist angesagt und Siege werden gefordert. Aber dass kann auf Dauer nur ein gefestigtes Team - mit oder ohne Raufereien im Training.
Die Freuden und Leiden des Nenad Bjelica. Der WAC-Trainer war hocherfreut über dreißig großartige Minuten in der Anfangsphase. Optimale Raumaufteilung, hohe Laufbereitschaft, beinhartes Zweikampfverhalten, freches Angriffsspiel. Die Kärntner degradierten die Meister aus Salzburg zu Statisten. Nur wollte Rivera und Co. kein Tor gelingen. Das erzielte der spanische Salzburger Soriano aus heiterem Himmel mit der ersten Gelegenheit. Dieser Treffer hinterließ tiefe Spuren im Kreativspiel der Wolfsberger. Aufbauarbeit war gefragt in der Halbzeitpause. Nur es half nichts. Nenad Bjelicas Truppe wirkte geschockt ob des Rückstandes. Der Wille war weiterhin vorhanden, aber die Leichtigkeit war verflogen. Auch deswegen, weil sich der Salzburger Abwehrverband mit dem Führungstor im Rücken gefestigter präsentierte und durchdachte Aktionen der Wolfsberger kaum mehr zu ließ.
Das ist die Zeit, wo du riskieren musst als Trainer. Du bist gezwungen, frische Offensivkräfte ins Spiel zu bringen, obwohl du weißt, dass du den Gegner dadurch Räume für Konterstöße öffnest. Ein Lotteriespiel, das verloren ging für den siegeshungrigen Coach der Lavanttaler. Soriano machte sein zweites Tor. Ein Abend, der so verheißungsvoll begann, endete mit einer bitteren Niederlage.
Rapid verfolgt der vermeintliche Pfiff des Referees im Euro-League-Spiel gegen Novi Sad bis ins Hanappi-Stadion. Bei den Gegentoren der Austria verhielten sich die Grün-Weißen derart lethargisch, als wäre das Spiel unterbrochen gewesen. Ohne effektive Torchance, mit groben Schnitzern im Abwehrverhalten ging Peter Schöttels Truppe sang- und klanglos unter.
















