"Gelbe Tanten" kümmern sich am Grazer LKH um Patienten
Ehrenamtliche Helfer, die "Gelben Tanten", offerieren Senioren kleine Hilfestellungen am Grazer LKH. Bisher wurde das Pilotprojekt laut Initiatorin gut angenommen.

Foto © Scheriau
Lange Wartezeiten, ein ungewohntes Umfeld, Einsamkeit - das alles kann vor allem ältere Patienten beim Besuch im Krankenhaus erwarten. Das LKH-Universitätsklinikum Graz versucht diesen unangenehmen Begleiterscheinungen seit Frühjahr 2012 mit einem Pilotprojekt zu begegnen: "Krankenhaus Brückenbauer Ehrenamt" heißt das zusammen mit dem Verein Lichtblick initiierte Projekt, bei dem Patienten der Orthopädisch-Chirurgischen Ambulanz während der Wartezeit ehrenamtlich betreut werden.
"Einfache zwischenmenschliche Unterstützung" sei die Aufgabe der Ehrenamtlichen, erklärt Christa Tax, Pflegedirektorin des LKH Graz. Sich mit den Patienten unterhalten, ihnen ein Glas Wasser bringen oder sie bis zu den Untersuchungsräumen zu begleiten, seien die simplen, aber wichtigen Hilfestellungen, die derzeit drei Frauen jeden Dienstag und Donnerstag erfüllen, und für die Ärzte und Pfleger schlicht keine Zeit haben. Gerade durch den demografischen Wandel und immer mehr ältere Patienten werde diese Art der Betreuung aber zunehmend wichtiger, so Tax im APA-Gespräch.
Schulungen als Vorbereitung
Um die Aufgaben zu erfüllen, erhalten die ehrenamtlichen Mitarbeiter Schulungen zu verschiedenen Themen - von Hygiene bis Datenschutz. An der Universitätsklinik Innsbruck wird ein ähnliches Modell erprobt, in der Steiermark ist es vorerst noch einzigartig. "Das Projekt komme nach den ersten Monaten sehr gut bei den Patienten an", so Tax. Ein Ausbau auf die gesamte Ambulanz sei ihr Ziel, konkrete Pläne gebe es aber noch nicht.
Die Idee kam von den "Gelben Tanten", die auf Kinderstationen schon seit langem ein ähnliches Service anbieten: "Wenn das dort funktioniert, kann man das doch auch auf anderen Stationen machen", dachte sich die gelernte Kinderkrankenschwester. Schließlich entstand das Brückenbauer-Projekt durch Zusammenarbeit mit dem Verein Lichtblick. Weitere ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wären willkommen, so die Initiatorin.
















