Menschenhandel: Vier Bordellbesitzer in Haft
Die Opfer - sie wurden von Rumänien aus in die Steiermark gebracht - wurden in eine Abhängigkeit getrieben, indem sie Strafgelder zahlen mussten und so bei den Bordellbetreibern hohe Schulden anhäuften.

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Ein Schlag gegen die organisierte Rotlichtszene in der Obersteiermark gelang dem Landeskriminalamt (Gruppe Menschenhandel/Schlepperei): Ein Tscheche (27) und seine ungarische Lebensgefährtin (36), die in Knittelfeld, Judenburg und Obdach drei Bordelle betreiben, sind in Haft. Ebenso zwei Frauen (56 und 58 Jahre alt). Sie führen in Krieglach und St. Lorenzen bei Knittelfeld einschlägige Lokale.
Alle vier sind mit denselben Anschuldigungen konfrontiert: Prostitutionshandel. Sie sollen zahlreiche Frauen aus Rumänien - vorwiegend Roma aus den ärmsten Gegenden - abhängig gemacht und in ihren Betrieben zur Prostitution gezwungen haben.
In Rumänien wurden zwei rumänische Komplizen (35 und 39 Jahre alt) verhaftet. Sie heuerten die Frauen an, versprachen ihnen Jobs als Putzfrauen. Einige Frauen erfuhren wiederum durch ihre Bekannten, dass sie in der Obersteiermark als Prostituierte arbeiteten, und meldeten sich freiwillig. Die beiden Rumänen schleusten sie über die Grenzen nach Österreich und übergaben sie den Bordellbetreibern.
Die Frauen aber hatten kein Geld, konnten nicht einmal den Transport bezahlen. Die Bordellbesitzer streckten das Geld vor. Als sie dann auch noch für Quartier und Lebensmittel aufkommen mussten, schlitterten sie endgültig in die Schuldenfalle, die ihnen die Bordellbetreiber gestellt haben sollen. Es blieb ihnen nichts anderes übrig, als die Schulden in den Bordellen abzuarbeiten. Die Pässe wurden ihnen weggenommen.
Als vor Monaten eine Betroffene ihren Reisepass verlangte und ihn nicht erhielt, erstattete sie Anzeige. So wurde die Kripo auf die Vorgänge aufmerksam. Die Ermittlungen laufen noch.

















