So viel Regen gab es noch nie
Der Juli geht als Rekordmonat in die Geschichte ein. In Teilen des Landes hat es mehr geregnet als je zuvor seit Aufzeichnungsbeginn. Viel Niederschlag auch Anfang August.

Foto © LR Daniel Loretto Gewittterzelle über Graz
Nass, nasser, Juli 2012. Während der heurige Juni der Steiermark eine beispiellose Hitzewelle bescherte, sichert sich der Juli mit gewaltigen Regenmengen seinen Platz unter den außergewöhnlichsten Monaten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Noch nie hat es etwa im Murtal und im oststeirischen Weiz so viel geregnet, auch für Graz ist der langjährige Rekord aus dem Jahr 1914 (im damaligen Juli fielen 305 Millimeter Regen) noch in Reichweite.
Aufgezeichnet werden die Regenmengen immerhin teils seit mehr als 100 Jahren. "In Seckau haben wir zum Beispiel Messdaten seit 1891", sagt Alexander Orlik, Klimatologe bei der Zentralanstalt für Meteorologie (Zamg). In keinem einzigen der seither 121 Juli-Monate hat es dort so viel Niederschlag gegeben wie heuer.
Verglichen mit dem langjährigen Durchschnitt sind die Regenfälle seit Monatsbeginn fast überall im Land doppelt bis dreimal so intensiv ausgefallen. "Die einzigen Ausnahmen sind der äußerste Südosten um Bad Radkersburg und der äußerste Norden um Bad Aussee", sagt Zamg-Experte Richard Gwaltl. Dort liegen die Regenmengen bislang ziemlich genau im Schnitt.
Was die vergangenen Wochen außerdem so besonders macht: Insgesamt war der Juli trotz des Niederschlagsrekords keineswegs wolkenverhangen. Der meiste Regen fiel im Zuge von rasch auftretenden Gewittern und Unwettern. Die Folgen in St. Lorenzen bei Trieben und anderswo sind bekannt. Die Temperaturen lagen mancherorts sogar um zwei Grad über den Normalwerten, nur von den Sonnenstunden gab es in der Obersteiermark etwas weniger als üblich.
Nasser August-Auftakt
Auf den nassen Juli könnte ein nasser Augustbeginn folgen. Laut dem Europäischen Mittelfrist-Vorhersagemodell dürfte es in der ersten Augustwoche deutlich mehr Niederschlag geben als gewöhnlich. Trockener werden demnach erst die zweite und dritte Woche. "Wobei diese Daten mit Vorsicht zu genießen sind", sagt Zamg-Meteorologe Albert Sudy. "Das sind nur grobe Werte. Wie sich die Niederschläge dann verteilen und ob es die ganze Woche durchregnet oder alles an einem einzigen Tag kommt, lässt sich vorab nicht sagen." Somit sind auch neuerliche schwere Unwetter nicht ausgeschlossen.
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FAKTEN
Der meiste Regen fiel im Juli im Zuge von Extremereignissen. So wurden im Raum Obdach am 3. Juli 177 Millimeter Niederschlag gemessen. Gleichzeitig fielen südlich von Graz bis zu sieben Zentimeter große Hagelschlossen. Am 11. Juli regnete es in Deutschlandsberg binnen zehn Minuten 21,9 Millimeter.






















