Steirische AviBit rüstet Flughafen von Jakarta aus
Großauftrag aus Indonesien: Computerkontrollsysteme für den Flughafen. Es überwacht Starts und Landungen sowie Bewegungen sämtlicher Fahrzeuge auf dem Boden und versorgt die Fluglotsen im Tower mit Informationen.

Foto © AvibitAviBit-Geschäftsführer Konrad Köck
GRAZ. Mit insgesamt 1100 Starts und Landungen pro Tag gehört der Soekarno-Hatta International Airport in Jakarta zu den zehn größten Flughäfen der Welt. Allein im vergangenen Jahr wurden 52 Millionen Passagiere abgefertigt. Dass im Bodenverkehr auf dem Flughafengelände alles in geregelten Bahnen abläuft, dafür sorgt eine Computersoftware aus der Steiermark. AviBit, ein Spin-off der Technischen Universität in Graz, das von Konrad Köck 2001 in einer Garage im weststeirischen Stainz gegründet wurde, bekam den Auftrag für ein entsprechendes Leit- und Kontrollsystem. Es überwacht Starts und Landungen der Flugzeuge sowie die Bewegungen sämtlicher anderer Fahrzeuge auf dem Boden mittels integriertem Radarsystem und versorgt die Fluglotsen im Tower mit Informationen. Die Steirer haben einschlägige Erfahrung mit Großflughäfen. Auch den neuen Airport in Berlin-Brandenburg stattet AviBit mit Flugsicherheitssoftware aus. Ebenfalls auf der Kundenliste: Bogota (Kolumbien), Bukarest, Hamburg, Nürnberg, Lissabon, Tallinn, Wien und sämtliche Regionalflughäfen Österreichs.
Wachstumsmarkt
Es ist ein prosperierender Markt. Ein Drittel der 4500 Flughäfen weltweit, schätzt AviBit-Vetriebsdirektor Josef Kutschi, wird in Zukunft ein entsprechendes Kontrollsystem benötigen. Fünf internationale Anbieter rittern mit AviBit um diese Aufträge. Der Preisdruck ist groß. In der noch jungen Unternehmensgeschichte von AviBit ist der jüngste Auftrag jedenfalls nicht der bislang größte (der kam aus Saudi-Arabien, wo man die Systeme für gleich fünf Flughäfen lieferte). Er könnte es aber noch werden. Denn die Chancen, auch bei den drei noch folgenden Ausbaustufen des Flughafens in Jakarta mit an Bord zu sein, sind mit dem aktuellen Auftrag gewachsen. Es ist ein Prestigeprojekt in einem Boom-Markt. Denn die Zeichen in Indonesiens Luftfahrt stehen auf Steigflug: Allein 2011 wurden von der nationalen Fluglinie Lion Air bei Boeing 230 Flugzeuge bestellt - mit einem Listenpreis von 17 Milliarden Euro der bislang größte zivile Auftrag für Boeing.
















