Lehrermangel wegen neuer Hacklerpension
Für Aufregung sorgte kürzlich eine Warnung der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) vor einem drastischen Lehrermangel. Viele Lehrer an den berufsbildenden Schulen könnten noch bis 2014 in die Pension flüchten.

Foto © Kanizaj
Der Grund sei die Verschärfung der Hacklerregelung ab 1. 1. 2014. Viele Lehrer würden die alte Regelung vor deren Auslaufen noch nutzen, eine Pensionswelle drohe. "Das betrifft in der Steiermark die Lehrer an den BMHS (berufsbildenden mittleren und höheren Schulen)", relativiert BMHS-Gewerkschaftschef Jürgen Rainer, selbst ein Steirer. Heuer gebe es bei dieser Lehrergruppe sehr viele Versetzungen in den Ruhestand, in den letzten Jahren hätten sich diese verzehnfacht.
Hacklerregelung
Der Hintergrund: Derzeit können Bundeslehrer mit 60 (Männer) beziehungsweise 55 (Frauen) die Hacklerregelung in Anspruch nehmen - wenn sie 40 einbezahlte Jahre nachweisen könne. Studienzeiten können nachgekauft werden. Ab 2014 wird das Antrittsalter für die Hacklerpension um zwei Jahre angehoben.
Ein BMHS-Lehrermangel ist laut Landesschulrat derzeit aber nicht in Sicht. Es gebe ein leicht erhöhtes Aufkommen an Pensionierungen, "aber keine Lawine", erklärt Sprecher Michael Samec. Gerade bei BMHS-Lehrern seien verstärkte Pensionierungszahlen bemerkbar, weil diese oft schon mit 14 eine Lehre begonnen haben und später in den Lehrerjob gewechselt haben - bis 1953 Geborene in dieser Gruppe könnten alte Hacklerregelung gerade noch in Anspruch nehmen.
Eine allgemeine, altersbedingte Pensionierungswelle erwartet das Unterrichtsministerium in den nächsten Jahren. Der Höhepunkt dürfte zwischen 2016 und 2018 erreicht sein. Bis 2025 wird die Hälfte der Lehrer in Pension gehen.
















