Grazer Salonorchester: Ni Hao und Grüß Gott
Klaus Eberle eröffnet am Donnerstag mit "seinem" Grazer Salonorchester eine Gustav-Klimt-Ausstellung in Taiwan, es folgt eine zweiwöchige Tournee.

Foto © RICHARD REINALTER Klaus Eberle (rechts) und das Grazer Salonorchester reisen als musikalische Botschafter nach China
Es sei eine irrsinnig schwere Sprache, ein paar Sätze beherrsche er aber mittlerweile. "Das Publikum freut sich einfach, wenn es auf Chinesisch angesprochen wird", sagt Klaus Eberle, der musikalische Leiter des Grazer Salonorchesters. Fließend "gesprochen" wird auf jeden Fall eine andere Sprache - die der Musik. Bereits zum dritten Mal in Folge reist das 14-köpfige Ensemble für eine zweiwöchige Tournee auf die Insel vor dem chinesischen Festland. Dieses Mal wird den Musikern aber eine besondere Ehre zuteil: Am Donnerstag eröffnet man eine Klimt-Ausstellung in Taipeh. "Dass ausgerechnet wir als Grazer eingeladen wurden, Österreich im Ausland zu vertreten, freut uns sehr."
Danach folgt eine zweiwöchige Tournee, bei der das Salonorchester vor bis zu 2500 Zuschauern pro Konzert auftreten wird - Autogrammstunden inklusive. "Das war zunächst gewöhnungsbedürftig", lacht der gebürtige Vorarlberger: "Es macht unglaublich viel Spaß. Der Konzertablauf ist weniger streng als bei uns, die Leute sind begeistert und zeigen es auch. Die Freundlichkeit der Menschen ist unvorstellbar."
Die Konzerte mit dem Salonorchester sind für den 45-Jährigen Ausgleich zu seinem "Hauptjob" als Violinist im Grazer Philharmonischen Orchester der Oper.
Seine Liebe zur gehobenen Unterhaltungsmusik brachte Eberle schon aus Bregenz mit, in Graz hielt er 2002 erstmals einen Salonorchester-Kurs an der Kunstuniversität und steckte die Studenten mit seiner Begeisterung wohl an: Drei Jahre später entstand aus den Teilnehmern das Grazer Salonorchester, das seither U-Musik vom Ende des 19. Jahrhunderts mit Popmusik aus dem 20. Jahrhundert mischt - Melodien von Johann Strauss und Robert Stolz treffen so auf Michael Jackson und Bond-Soundtracks. Neu im Repertoire: taiwanesische Filmmusik.
Features
Fakten
Das Grazer Salonorchester ging 2005 aus einem Kurs an der Kunstuniversität Graz hervor. Es besteht aus 14 Musikerinnen und Musikern, zwei davon stammen aus Taiwan.
2010 wurde der Verein zur Pflege der Salonmusikkultur gegründet.
Informationen unter: www.grazersalonorchester.at













