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Zuletzt aktualisiert: 16.07.2012 um 11:40 UhrKommentare

Schwierige Suche nach vermisstem Steirer

Ein 30-jähriger Obersteirer wird nach den neuerlichen heftigen Regenfällen im Bezirk Murau vermisst. Erdrutsche bedrohen Häuser bei Knittelfeld und in Ranten. In Graz ist der Citybeach überflutet.

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Auf dem Heimweg vom Fest der Landjugend Einach (Gemeinde Predlitz-Turrach) telefonierte Thomas S. noch mit seinen Eltern. Sie sollten ihn abholen. Doch als sie am vereinbarten Treffpunkt ankamen, war der 31-Jährige verschwunden. Die Eltern suchten verzweifelt nach ihm, ab Sonntag früh auch Feuerwehr und Polizei - vergeblich.

Familie und Einsatzkräfte befürchten das Schlimmste: dass der junge Rechtsanwalt in den Hochwasser führenden Einachbach gestürzt ist und in die Mur abgetrieben wurde. Nach den intensiven Regenfällen der letzten Tage ist die Strömung extrem. Am Montag soll ein mit Treibgut verlegtes Durchlassrohr ausgebaggert werden. Die Suche gestalte sich wegen der hohen Wasserstände schwierig, hieß es seitens der Polizei.

In Laas (Gemeinde St. Marein bei Knittelfeld) entkam eine Familie nur knapp einem Unglück. Zwei riesige Felsbrocken kollerten zu Mittag plötzlich in den Garten von Gabriele und Franz Hochfelner. "Wir haben sie zum Glück kommen sehen und rechtzeitig flüchten können", erzählt der Hausherr. Kurz zuvor war der gesamte Hang hinter dem Wohnhaus abgerutscht, tonnenweise Erdreich drückt seitdem gegen die rückwärtige Hauswand. "Jetzt dürfen wir nur tagsüber hinein, übernachten können wir vorerst nicht im Haus", so Hochfelner zur Kleinen Zeitung.

Im Feuerwehrbereich Knittelfeld waren am Sonntag insgesamt 150 Kräfte damit beschäftigt, Keller auszupumpen, Straßen zu reinigen und Verklausungen zu beseitigen. Ein ähnliches Bild gab es auch in Fohnsdorf, wo der Pölsbach über die Ufer trat, ein riesiger Baum samt Wurzeln umstürzte und vor ein Wohnhaus krachte. In Predlitz (Bezirk Murau) hatte bereits in den Morgenstunden eine Mure die B 95 verlegt. In Niederwölz konnte die Feuerwehr den Wölzerbach nur mit Betonwänden und Sandsäcken halbwegs in seinem Bett halten und Schäden verhindern.

Mit 77 Liter Niederschlag pro Quadratmeter seit Samstag war Präbichl der offizielle Spitzenreiter der Steiermark, dann folgte schon Graz mit 61 Litern. Dort schwappte die Mur im Stadtgebiet auf die Promenade über, sie wurde zur Sicherheit gesperrt.

Hangrutschung in Ranten

In der Gemeinde Ranten hatten die Feuerwehren mit einem Hangrutsch zu kämpfen, der zwei Wohnhäuser bedroht. Die Bewohner mussten vorübergehend die Gebäude räumen. 30 Helfer deckten die Risse im Hang mit Planen ab.

Hochwasser in Niederwölz

Die sintflutartigen Regenfälle von Samstag auf Sonntag sorgten auch in der Gemeinde Niederwölz für Überschwemmungen. Durch die vorbeugenden Maßnahmen der FF Niederwölz konnten Schäden an und in Gebäuden größtenteils verhindert werden. Zahlreiche Betroffene halfen den Männern der FF Niederwölz beim Füllen von Sandsäcken um mit diesen, den aus den Ufern getretenen Wölzerbach abdichten zu können. 60 Mann der Feuerwehren Niederwölz, Oberwölz und Peterdorf standen mehrere Stunden im Einsatz. Die Angst vor einer Katastrophe, wie sie vor fast genau einem Jahr über Niederwölz hereingebrochen war, stand den Bewohnern ins Gesicht geschrieben.

Feuerwehr hebt Brücke vor Hochwasser

Aufgrund der Hochwassersituation im Bereich Knittelfeld musste die Feuerwehr St. Margarethen am Sonntag zu einem nicht alltäglichen Einsatz ausrücken. Diesmal mussten die 18 alarmierten Feuerwehrmänner die berühmte Schwimmbrücke über die Mur zwischen St. Margarethen und Kobenz anheben. Mit Rettungsgeschirr gesichert stiegen die Feuerwehrmänner auf die Brücke um diese mittels eines Seilzugs anzuheben. Durch die Anhebung der Brücke um mehrere Zentimeter konnten die Verklausungen gelöst und dadurch großer Schaden verhindert werden.

Mure Turrach

Eine Mure - ausgelöst durch ausgiebige Regenfälle - hat am Sonntag in der Früh die Verbindung zwischen Steiermark und Kärnten über die Turracher Straße (B 95) verlegt, wie die Sicherheitsdirektion Steiermark mitteilte. Polizei und Straßenmeisterei hofften, die Verbindung über die Turracher Passhöhe (1.795 Meter Seehöhe) bis zu Mittag freizubekommen. Personen kamen in dem wenig besiedelten Gebiet durch die Schlamm- und Geröllmassen nicht zu Schaden. Der Verkehr wurde großräumig umgeleitet.

Die Mure war rund zwei Kilometer südlich von Predlitz im Bezirk Murau abgegangen, wie ein Polizist der Bezirksleitstelle auf APA-Anfrage erklärte. Eine Zufahrt auf die Passhöhe von Kärntner Seite von Ebene Reichenau aus war möglich, so die Exekutive.


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