Hantavirus: Rötelmaus lässt viele Steirer erkranken
140 Menschen in der Steiermark infizierten sich mit dem Hantavirus und mussten ins Spital. Infiziert werden Menschen "quer durch alle Altersschichten" - entweder über direkten Kontakt oder über die Atemwege.

Foto © WeichselbraunViele Infizierte mussten ins Spital
GRAZ. Die einen haben den Dachboden gekehrt. Andere haben im Reitstall ausgemistet oder im Wald Holzarbeiten durchgeführt. Die Rede ist von den 140 Steirern, die sich heuer schon mit dem sogenannten Hantavirus infiziert haben und deshalb ins Krankenhaus mussten.
Im bisherigen Rekordjahr 2007 wies die Statistik 74 Betroffene aus - österreichweit, wohlgemerkt. Schuld am neuen Negativrekord ist laut Marianne Wassermann-Neuhold von der Landessanitätsdirektion der lange und schöne Herbst. Durch diesen konnte sich die Rötelmaus, die den bei uns häufigsten Typ des Virus über ihren Kot überträgt, stark vermehren.
Infiziert werden Menschen "quer durch alle Altersschichten" - entweder über direkten Kontakt oder über die Atemwege, sagt Martin Hönigl, Arzt an der Pulmonologie des Uniklinikums Graz. Die Krankheit kann einerseits einem grippalen Infekt ähneln. Fünf bis zehn Prozent der Erkrankten müssen laut Wassermann-Neuhold aber ins Krankenhaus, da die Gefahr eines Nierenversagens und ein erhöhtes Blutungsrisiko besteht.
Um einer Infektion vorzubeugen, empfehlen die Experten, beim Entrümpeln und Putzen Staubschutzmasken und Handschuhe zu tragen. Ist man im Wald unterwegs und berührt, wie beim Schwammerlsuchen, Holz und Boden, sollte man sich - auch wenn die Gefahr einer Infektion hier gering ist - laut Wassermann-Neuhold vor dem Essen zumindest die Hände waschen.
Haustierbesitzer kann sie übrigens beruhigen. Neben der Rötelmaus können zwar auch noch andere Mäuse einen Typ des Erregers in sich tragen. Hausmäuse jedoch nicht. Auch Katzen können unbeirrt der Mäusejagd frönen, sie werden selbst nicht infiziert.

















