Mordversuch: Zweiter Täter in Haft
Pakistani rammten einem Landsmann Messer in den Bauch. Nun wurde zweiter Täter verhaftet. Motiv könnte Streit zweier Drogenbanden sein.

Foto © KLZ / Scheriau
In einer Unterkunft für Asylwerber in Peggau konnte die Polizei am Montag einen 27-jährigen Pakistani festnehmen. Ermittler der Mordgruppe des Landeskriminalamtes hatten den Gesuchten gemeinsam mit Beamten der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) sowie der Fahndungsgruppe ausforschen können.
Der 27-Jährige steht im Verdacht, mit einem 30-jährigen Pakistani und mehreren Begleitern am 28. Juni in der Mariengasse in Graz einen ebenfalls 30-jährigen Landsmann niedergestochen zu haben. Wie berichtet waren zumindest fünf mit Holzlatten bewaffnete Personen in das Zimmer des Opfers gestürmt. Erst prügelte die Gruppe auf den Pakistani und einen Zimmergenossen (34) ein. Danach zerrten sie den 30-Jährigen auf den Gang. Dort rammte ihm der Haupttäter ein Messer in den Bauch.
Der nun gefasste 27-Jährige steht im Verdacht, das Opfer dabei an den Armen festgehalten zu haben, damit es wehrlos war. Gegen die beiden Pakistani wird wegen Mordversuchs ermittelt. Das Opfer, dessen Dünndarm durchtrennt worden war, "wurde bereits aus dem Spital entlassen", sagt Ermittler Wolfgang Summer.
Drogenbanden im Streit
Am Beginn der Ermittlungen sagten die Beteiligten aus, der Auslöser für die brutale Attacke seien familiäre Streitigkeiten gewesen. Bei den Einvernahmen mehrerer Beteiligter stellte sich heraus, dass jeder von ihnen den Ermittlern eine andere Version für ein Motiv auftischt. Inzwischen gehen die Ermittler davon aus, dass hinter dem Mordversuch ein Streit zweier konkurrenzierender Drogenbanden stecken könnte. Die Indizien würden darauf hindeuten.
Die beiden Haupttäter - 27 und 30 Jahre alt -, die zu den schweren Vorwürfen schweigen, befinden sich in der Justizanstalt Graz-Jakomini. Die anderen Beteiligten werden "wegen Raufhandels angezeigt", so Sommer.













