Enges Band zwischen den Geschwistern
Felix Mendelssohn und seine Schwester Fanny.
GRAZ. Die Beziehung zwischen den Geschwistern muss sehr eng gewesen sein. Darüber ließen die Briefe von Fanny und Felix Mendelssohn Bartholdy, aus denen TV-Star Christine Neubauer bei der fünften "Soap" der "styriarte" las, keine Zweifel aufkommen. Auch wenn immer wieder durchschimmerte, wie sehr die um vier Jahre ältere Schwester ihren in ganz Europa bewunderten Bruder darum beneidete, sich ganz seiner Karriere widmen zu können, während sie sich in das Rollenbild der Hausfrau und Mutter fügen musste.
Der fast dreieinhalbstündige Abend in der Helmut-List-Halle zeigte aber auch, dass Fanny als inspirierte, den Gefühlen freien Lauf lassende Liedkomponistin ihrem berühmten Bruder durchaus Paroli bieten konnte. Mit ihrem klaren, frischen Sopran und ihrem ungekünstelten Vortrag trat Bibiana Nwobilo höchst überzeugend den Beweis dafür an. Christopher Hinterhuber, der ihr am Fazioli-Flügel zur Seite stand, formte als Solist drei "Lieder ohne Worte" von Felix Mendelssohn zu prägnanten Charakterstücken.
Entscheidendes leisteten die von der Konzertmeisterin Lorenza Borrani geführten Solisten des Chamber Orchestra of Europe: Sie statteten Fannys Streichquartett ebenso mit orchestraler Dichte aus wie die zehnte Streichersinfonie und das Oktett von Felix Mendelssohn. ERNST NAREDI-RAINER

















