So heiß ist es in einer Grazer Bim
Der schweißtreibende Test: Die Kleine Zeitung ließ am Donnerstag die Bäder der Stadt beinhart links liegen und stieg in drei Bimgarnituren ein. Samt Messgerät.

Foto © FuchsDie Temperaturen in den Grazer Straßenbahnen
Graz, 5. Juli, 12.30 Uhr: Nein, die Frisur sitzt nicht mehr - wobei es nicht das Einzige ist, was einem angesichts dieser Hitze entgleitet. Dabei steht uns zu diesem Zeitpunkt das Beste überhaupt noch bevor: Denn die Kleine Zeitung wollte wissen, wie heiß es in diesen Tagen in einer Grazer Straßenbahn wird. Sprechen wir von einer Sauna auf Rädern oder ist alles eh halb so schlimm?
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Foto vergrößernGraffiti-Bim, Linie 1, kurz nach 12.30 Uhr: Die Anzeige bleibt bei 35,1 Grad stehen Foto © Fuchs
Bewaffnet mit einem Messgerät, welches uns das städtische Umweltamt netterweise leiht, starten wir den Test: Graffiti-Bim: Kurz nach 12.30 Uhr betreten wir am Jakominiplatz die bunt verzierte Graffiti-Bim der Linie 1, Baujahr 1963. Dass sie nur zur Hälfte gefüllt ist, tut - subjektiv gesehen - dem Wohlbefinden genauso gut wie die Tatsache, dass die Fenster zum Großteil nach unten gezogen sind.
Doch schon beim Auspacken klatscht ein Schweißtropfen auf das Messgerät. Dann Startknopf drücken und warten. Ein paar Stationen lang. Schließlich pendeln sich die Zahlen ein: 35,1 Grad und 54,3 Prozent Luftfeuchtigkeit. Nicht schlecht.
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Foto vergrößernCityrunner, Linie 7, gestern um etwa 13 Uhr: Das Messgerät zeigt 36,4 Grad und 53,4 Prozent Luftfeuchtigkeit Foto © JÜRGEN FUCHS
Cityrunner, Linie 7, gestern um etwa 13 Uhr: Das Messgerät zeigt 36,4 Grad und 53,4 Prozent Luftfeuchtigkeit Grafik © JÜRGEN FUCHS
Cityrunner: Als Nächstes ist die Cityrunner-Garnitur dran, sie hat knapp elf Jahre auf dem Buckel. Der Blick fällt sofort nach oben, auf die vielen kleinen Löcher in der Decke, durch die Luft bläst. Erleichtert atmet man auf.
Zunächst. Denn irgendwie fühlt es sich trotzdem nicht erfrischender an. Liegt es an den vielen Fahrgästen? Das Messgerät bestätigt schließlich den Verdacht: Satte 36,4 Grad hat es in der Bim!
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Foto vergrößernVariobahn (klimatisiert), kurz vor 13.30 Uhr: 31 Grad und 56,6 Prozent Luftfeuchtigkeit Foto © FUCHS
Variobahn (klimatisiert), kurz vor 13.30 Uhr: 31 Grad und 56,6 Prozent Luftfeuchtigkeit Grafik © FUCHS
Variobahn: Die letzte Garnitur unserer Testfahrt sollte uns den vermeintlich kühlsten Empfang bescheren: Immerhin ist die neue Variobahn als einzige auch im Fahrgastbereich klimatisiert. Gut, beim Einsteigen überkommt uns trotzdem nicht der Gusto auf eine Haube - aber es ist merklich kühler. Wie frisch genau?
Die Anzeige pendelt sich bei exakt 31 Grad ein.
So reagiert die Holding Graz: Mit diesen Zahlen konfrontiert, nickt Gerald Pichler: "Umso wichtiger ist es, dass die modifizierten Garnituren der Variobahn in den Betrieb gehen und die lang gedienten Bahnen ersetzen", so der Sprecher der Holding Graz. Derzeit sausen ja fünf dieser Bims durch die Murmetropole, letztlich sollen es 45 Stück sein.
Mit derzeit 18 Garnituren ist übrigens der Cityrunner der Platzhirsch. Pichler: "Diese Wagen verfügen über Kippfenster, zusätzlich aber auch über ein Frischluftsystem, das frische Luft ansaugt und ins Wageninnere weitergibt." Und die alte 63er-Bim? "Diese hat Überziehfenster. Also Fenster, die ich fast komplett nach unten ziehen kann. Aber bei der Frage, wie warm es ist, kommt es wohl letztlich auch darauf an, wie viele Personen gerade mit einer Garnitur fahren."
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Fakten
69 Prozent der Linienbusse sind mit Klimaanlagen ausgestattet. Nach Inbetriebnahme aller neuen Busse (ab Ende Juli 2012) werden es 81 Prozent sein.
Diese Klimaanlagen sind so eingestellt, dass sie eine Temperatur von 24 Grad halten sollen.

















