Ferrari-Firma baut am Schauspielhaus-Sessel
Von wegen Sommerpause im Schauspielhaus: Unter anderem sollen 214 neue Sessel in Zukunft Stürze vermeiden. Alte Stühle werden versteigert.

Foto © Sabine HoffmannChristoph Steffen ist Technik-Chef im Grazer Schauspielhaus
Gestürzte Gäste, angeschlagene Knie und da und dort allzu sichtbare Zeichen der Zeit - keine Frage, die fast 50 Jahre alte Bestuhlung des altehrwürdigen Schauspielhauses musste erneuert werden. Jetzt ist es so weit. Um 500.000 Euro arbeitet die italienische Firma "Poltrona Frau" am letzten Schliff für die exquisiten Sitzmöbel. Im Juli wird ausgeliefert.
Ganz einfach war das Projekt nicht. "Nicht nur, dass international ausgeschrieben werden musste" so Christoph Steffen, technischer Leiter des Schauspielhauses. "Das Denkmalamt gab ganz klar vor: Nur wenn man das Gefühl hat, nichts sei geschehen, ist alles in Ordnung." Die massiven Buchenholzmöbel mit dem "Bolero"-Samtbezug sollen also genauso aussehen wie zuvor - allerdings mit funktionierendem Klappmechanismus. Die Firma Poltrona Frau scheint wie geschaffen für dieses Projekt, ist sie laut Steffen doch auch für die Sitze in Automarken wie Ferrari und Lamborghini zuständig.
Und: Die neuen Sitzmöbel im Schauspielhaus müssen rasch ausbaubar sein. Statt des Linoleumbodens gibt es künftig einen Teppich, und für Veranstaltungen (wie die Sommerredoute der Wirtschaft) wird es möglich sein, den Bühnenboden zu verlängern, um eine Tanzfläche im Parterre zu schaffen.
Sessel werden versteigert
Die alten Schauspielhaus-Sessel sind aber immer noch heiß begehrt: So wird ein Teil davon als Requisite für die Oper eingesetzt - am 22. September hat aber auch die Öffentlichkeit die Möglichkeit, ein paar Sitzmöbel im Zuge einer Versteigerung zu ergattern.














