Der Preis für die Unkonventionellen
Die Kreativsten unter den Kreativen wurden am Donnerstag in Graz geehrt. Zudem gab der Werbepreis "Green Panther" Einsicht in eine Gründer-Branche im Online-Umbruch.
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Bunt her ging es am Abend in der "außergewöhnlich gut klimatisierten" (Moderator Christian Clerici) Grazer Stadthalle, als die Kreativen des Landes zum bereits 24. Mal zur Werbe-Gala "Green Panther" einluden. In elf Kategorien wurden die Trophäen in Gold, Silber und Bronze vergeben, die Agentur moodley brand identity (siehe unten) ging dabei mit insgesamt sieben Auszeichnungen als großer Sieger der Gala hervor.
Parade der großen Sieger
Der Abräumer des Abends war die Agentur moodley brand identity, die insgesamt viermal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze gewinnen konnte. Über drei Preise (dreimal Silber) durfte sich Hartinger Consulting Communications freuen. Insgesamt haben sich 83 Kreative mit 209 Einreichungen am Rennen um den Green Panther in elf Kategorien beteiligt. Neben moodley brand identity holten sich auch Raunigg & Partner (Kunde: Medienfabrik Graz), Robert Sommerauer (Heilmoorbad Schwanberg), Kufferath (Stadtwerke Klagenfurt), Jung von Matt (Speed Fitness GmbH) und fredmansky! (Weitzer Hotels) Auszeichnungen in Gold. Im Zuge der Gala erhielten auch junge Kreative Auszeichnungen. So sicherten sich Simon Cazzanelli, Elisabeth Schagerl und Helena Schmidt mit ihrem 90-sekündigen Kurzfilm "Was ist Österreich ohne das A?" den mit 3000 Euro dotierten Nachwuchspreis Young Creatives Panther.
Die Bewertung der Arbeiten erfolgte durch eine 13-köpfige Jury mit nationalen und internationalen Experten aus der Kreativwirtschaft. Den jährlich wechselnden Jury-Vorsitz hatte heuer der Wiener Bernd Fliesser (Werbeagentur Draftfcb) über. Um eine unabhängige Jury zu garantieren, wird in der Regel pro Jahr rund die Hälfte der Mitglieder neu besetzt.
Passend zur Anzahl der bisherigen Veranstaltungen wurden heuer 24 unterschiedliche Werbeagenturen aufgrund ihrer besonders kreativen Arbeits-Zugänge ausgezeichnet. Vonseiten der Jury wurde vor allem die enorme Weiterentwicklung im Design-Bereich positiv registriert. Für viel Schmunzeln in der mit 800 Gästen gut gefüllten Stadthalle sorgten neben der oftmals improvisierten, aber sehr launigen Moderation von Clerici vor allem die Video-Beiträge der Jung-Kreativen. So wurde ob des Triple-A-Verlustes von Österreich eine Hymne ohne A's gesungen und das Leben von gerateten Menschen abgefilmt. Großartig!
Weg von der einen Agentur
"Der Green Panther ist eine Auszeichnung für die Arbeit der Kreativunternehmen und gleichermaßen für den Mut der Kunden zu unkonventionellen Werbeideen", stellte Heimo Lercher, Obmann der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation in der steirischen Wirtschaftskammer, fest. Die Werbe-Branche selbst, an sich ein unkonventionelles, sich oftmals neu erfindendes Geschäft, befindet sich wieder einmal in einer Umbruchphase.
"Die Full-Service-Agentur ist im mittelständischen Bereich ein Auslaufmodell", erklärt Lercher. Parallel zur starken (Budget-) Verlagerung hin zu den neuen Medien hat sich eine neue Form des Expertentums herausgebildet. In Zukunft, so Lercher, werden diese Experten mit etablierten Agenturen zusammenarbeiten. Auch Agenturnetzwerke sollen in der Branche künftig forciert werden.
In der Steiermark ist die Anzahl der Werbeunternehmen nach wie vor stark ansteigend. So zählt die Wirtschaftskammer in dieser Branche aktuell insgesamt 2992 Unternehmen und damit fast um 200 mehr als noch vor einem Jahr. Der überwiegende Teil (70,2 Prozent) der Kreativen ist als Ein-Personen-Unternehmen unterwegs. Sechs von zehn Werbern sitzen in Graz oder Graz-Umgebung.
"Es ist nach wie vor eine richtige Gründerbranche", erzählt Heimo Lercher. Eine bunte Gründerbranche, die einen Abend nicht immer gänzlich perfekt organisiert, aber mit unheimlich viel Esprit und Sympathie feierte.
MARKUS ZOTTLER


















