Denn: "Wir sind nicht alleine"
"Jung, pleite, abgestempelt. ... sucht: das gute Leben!" heißt ein neues Theaterstück, das junge Menschen am Rand des Arbeitsmarktes thematisiert.

Foto © HoffmannHaben ihre Geschichten für InterACT auf die Bühne gehievt
Alessandro ist ausgestiegen. Aus jenem Leben, das die meisten als "normal" ansehen. Mit 14 oder 15, so genau weiß er es nicht mehr, hat er die Schule geschmissen, sich durch den Alltag gewurschtelt, Zeit totgeschlagen. Versuche, ihn zurück zum "Hauptschulabschluss" zu bringen, scheiterten bis jetzt immer. Nun ist Alessandro 17 und es gibt eine neue Hoffnung in seinem Leben: ein EU-Projekt, das Inter-ACT, die Werkstatt für Theater- und Soziokultur Graz, leitet.
Geschichten wie jene von Alessandro haben auch die elf anderen jungen Menschen, die daran teilnehmen, zu erzählen. InterACT knöpft sich damit ein gesellschaftlich unterbeleuchtetes Thema vor: Orientierungslosigkeit, ihren Platz am Arbeitsmarkt und im Leben zu finden. 34.680 Junge sind derzeit in Österreich als arbeitslos registriert, bis zu 75.000 nach einer Studie der Uni Linz weder in Ausbildung noch als arbeitslos gemeldet.
"Bei uns ist nichts erfunden", sagt Alessandro. Alle Geschichten, die ab Dienstag im Theater im Keller gespielt werden, basieren auf Erlebtem. "Uns geht es aber nicht nur um das Theatrale, sondern das Thema auf die politische Agenda zu setzen", sagt der Künstlerische Leiter Michael Wrentschur. Neben der Arbeit am Stück "Jung, pleite, abgestempelt. ...sucht: das gute Leben!" arbeitet man in Kooperation mit dem AMS an Lösungen und Perspektiven. Und weil es sich um Forumtheater handelt, wird auch das Publikum mit einbezogen.
"Ich starte bald meinen Probemonat als Security-Mann", sagt ein Bursch. Ein Mädchen sagt: "Ich habe immer gedacht, ich bin alleine damit. Jetzt weiß ich: Wir sind nicht alleine." Alessandro ergänzt: "Aber es sollte jeder mitkriegen, dass es uns gibt."
















