Kahr als Aufsichtsratschefin der Asfinag wiederbestellt
Grazerin Claudia Kahr wurde als Aufsichtsratschefin der Asfinag wiederbestellt. Diesmal ohne Misstöne.
Die EU will die Quote der Frauen in Aufsichtsräten börsenotierter Unternehmen auf zumindest 40 Prozent festlegen, wenn es nach Grundrechtekommissarin Viviane Reding geht. Die Autobahnengesellschaft Asfinag ist zwar nicht an der Börse, erfüllt die Quote aber bereits. Fünf Räte und drei Rätinnen kontrollieren das Unternehmen - und eine von ihnen ist die Vorsitzende des Gremiums: Claudia Kahr wurde vor Kurzem wiederbestellt.
Kahr (56) wurde in Graz geboren, sie maturierte und studierte in der steirischen Landeshauptstadt Jus. Ihre berufliche Karriere führte sie bereits als 24-Jährige in den Verfassungsdienst des Bundeskanzleramtes und später durch die Kabinette mehrerer Regierungsmitglieder. Unter anderem war sie Büroleiterin von Europa-Staatssekretärin Brigitte Ederer (SP) und ab 1997 erste Sektionschefin in der neu geschaffenen Abteilung für Verkehrspolitik im Verkehrsministerium. Seit 1999 ist Kahr Richterin am Verfassungsgerichtshof. Die Ex-Frauenministerin Johanna Dohnal habe sie sehr beeinflusst, sagte Kahr einmal.
Verkehrsministerin Doris Bures (SP) setzte Kahr erstmals im Juni 2010 an die Spitze des Aufsichtsrates der Asfinag. Das führte prompt zu einer politischen Verstimmung, die nach einigen Wochen allerdings im Sand verlief. Die ÖVP sah in der Doppelfunktion eine Unvereinbarkeit und warf der SPÖ "Postenschacher" vor. Verfassungsrechtler Theo Öllinger befand Kahrs Bestellung hingegen als rechtlich in Ordnung.
Im Vergleich verlief die Wiederwahl ohne Misstöne. Die gibt es jetzt hinter den Kulissen um die Wiederbestellung der Asfinag-Vorstände Alois Schedl (60) und Klaus Schierhackl (44). Deren Verträge sollen noch vor der nächsten Aufsichtsratssitzung im Juli verlängert werden, obwohl ihre Funktionsperioden erst im Herbst auslaufen. Die Posten sind seit Anfang Mai ausgeschrieben.
Doch weil Werner Muhm, Direktor der Wiener Arbeiterkammer, seinen Platz im Generalrat der Österreichischen Nationalbank räumen soll, blockiere Verkehrsministerin Bures die Wiederbestellung des ÖVP-nahen Schierhackl, berichteten Wiener Zeitungen. Bures ließ das umgehend dementieren. Ein Junktim Muhm/Schierhackl gebe es nicht.
















