Jungunternehmer in der Kreditklemme
Junge Wirtschaft klagt: Es gibt zu wenige private Investoren für Geschäftsideen.

Foto © EderBurkhard Neuper
GRAZ. Mehr als jeder zweite Betrieb in der gewerblichen Wirtschaft ist ein EPU - ein Ein-Mann- oder noch öfter, ein Ein-Frau-Unternehmen. Bei den Wirtschaftstreibenden bis 40 Jahre liegt der Anteil bei 60 Prozent. Die Interessensvertreter der "Jungen Wirtschaft" (JW) machen auf das drängende Problem aufmerksam, dass die Finanzierung immer schwieriger werde. Wegen strengerer Vorschriften für Banken stecken neue Geschäftsideen in der Kreditklemme.
90 Prozent der Jungunternehmer setzen auf klassische Finanzierungen wie eigenes Vermögen und die Bank. Das liegt an fehlenden Alternativen, kritisiert Markus Roth, Vorsitzender der JW in Österreich. Die Interessensvertretung erstellte einen 36-seitigen Leitfaden und veröffentlichte ihn auf dem Internetportal www.jungewirtschaft.at/finanzierung.
Mangelnde Liquidität ist das Problem vieler Unternehmen. Gesucht werden "Business Angels", private Investoren und Teilhaber. "In Österreich gibt es leider keine Tradition, Geld in eine Geschäftsidee zu investieren", sagt Roth. Bis zu 10.000 Millionäre könnten "Business-Angels" sein - sie verfolgen nicht nur Renditeziele, sondern wirken beim Aufbau mit und investieren bis zu 250.000 Euro. "Nur rund 160 engagieren sich. Der Finanzierungsbedarf für einen Gründer ist am Beginn mit 10.000 Euro im Schnitt außerdem sehr gering."
Um zu investieren, muss man kein Millionär sein, ergänzt Burkhard Neuper, Chef der JW in der Steiermark. "Beim Crowdfunding wird Geld von vielen Kleininvestoren lukriert." Es führe kein Weg daran vorbei, dass mehr privates Geld in junge Unternehmen angelegt wird. Neuper: "Dann werden auch Banken eher wieder zu einer Finanzierung bereit sein, da durch den Mix das Risiko sinkt."














