Steiermark: Millionenschaden durch illegalen Autohandel
Schwunghafter Handel mit Autos aus Deutschland. Mit Scheinfirmen und gefälschten Dokumenten schleuste ein 42-jähriger Steirer 12 Millionen Euro an der Steuerbehörde vorbei. Er und ein Komplize sind in Haft.

Foto © APADer Haupttäter wurde zu einer unbedingten Haft von 12 Monaten und zu einer Finanzstrafe in Höhe von 1,4 Millionen Euro verurteilt
Durch Zufall wurde ein Millionenbetrug aufgedeckt, mit dem sich ein arbeitsloser Steirer (42) sein Leben finanziert hat. Bei der Prüfung eines Unternehmens stieß das Finanzamt Leibnitz im Jahr 2010 auf Scheinrechnungen über Autokäufe, die über Scheinfirmen liefen. Wie die Ermittler herausfanden, hat der Steirer in fünf Jahren zumindest 1000 Jahreswagen um zwölf Millionen Euro importiert. "Vom VW Golf bis zum Audi Q7 war alles dabei", so Reinhard Gartner von der Ermittlungsgruppe Betrug beim Landeskriminalamt (LKA).
Der Arbeitslose, der selbst mit einem deutschen Sportwagen mit mehr als 300 PS unterwegs war, hat die Autos in Deutschland zum Nettopreis angekauft. Komplizen überstellten sie nach Österreich. Anstatt hier Umsatzsteuer und Normverbrauchsabgabe (NoVA) gesetzmäßig abzuführen, wurden die Käufe über Scheinfirmen abgewickelt, die dann in Konkurs geschickt wurden. In der Folge waren die jeweiligen Autos in Österreich registriert und konnten an gewerbliche Händler weiterverkauft werden.
Insgesamt sollen drei renommierte steirische Autohändler in den Fall verwickelt sein. Laut Polizei wussten sie über die Machenschaften des 42-Jährigen genau Bescheid. Das Geschäft mit den Autos, die wegen der nicht abgeführten Steuern viel billiger als bei der Konkurrenz verkauft werden konnten, florierte. Die drei Autohändler bestellten immer mehr Fahrzeuge und konnten sie sich so am steirischen Markt profilieren.
Nach eineinhalb Jahren akribischer Arbeit von LKA, Steuerfahndung sowie Staatsanwaltschaft und Stadtpolizeikommando Graz kam es Anfang März zu 33 Hausdurchsuchungen und neun Verhaftungen. Neben dem Haupttäter landete auch seine Freundin (38), eine Pflegehelferin aus der Slowakei, die für den Schriftverkehr zuständig gewesen sein soll, hinter Gittern. Sie und fünf Verdächtige wurden aber wieder freigelassen.
1,4 Millionen Euro Strafe
Am Dienstag wurde der 42-Jährige wegen gewerbsmäßiger Steuerhinterziehung zu einem Jahr unbedingter Haft und zusätzlich 1,4 Millionen Euro Finanzstrafe oder 14 Monate Ersatzhaft verurteilt. Seither sitzt er in Haft, wo sich auch ein Komplize (40) befindet, der die Scheinfirmen abgewickelt haben soll. Das war aber nur der Auftakt. Auf den 42-Jährigen und seine Beitragstäter kommen weitere finanz- , abgaben- und strafrechtliche Verfahren zu.

















