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Zuletzt aktualisiert: 04.06.2012 um 19:27 UhrKommentare

Nach Missbrauch: Priester nur versetzt?

Die "Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt" hat die römisch-katholische Kirche mit dem Vorwurf konfrontiert, 40 des Missbrauchs verdächtigte Priester und Mitarbeiter seien nach wie vor im Dienst.

Foto © APA

In Briefen mit den Namen der Beschuldigten forderte die Organisation Konsequenzen von den zuständigen Bischöfen. Man werde die Vorwürfe "ernsthaft prüfen", so die Bischofskonferenz via "Kathpress".

Einige Priester seien zwar kurzfristig suspendiert, aber nach Abflauen des öffentlichen Interesses schon bald wieder in der Seelsorge eingesetzt worden, wirft die Plattform den Diözesen vor. "Die Hoffnung, dass seitens der römisch-katholischen Kirche nachhaltige Konsequenzen gezogen wurden, hat sich bis jetzt nicht erfüllt. Diese zögerliche Haltung stellt eine der Ursachen für sexuelle Gewalt in der Kirche dar." Bis Ende Juli 2012 will die Organisation über die Ergebnisse informiert werden.

40 des Missbrauchs verdächtigte Priester und Mitarbeiter seien nach wie vor im Dienst.Sieben sollen es in der Steiermark sein. "Meinen Informationen nach sind davon fünf oder sechs noch im Amt, Genaueres werden dann hoffentlich die Abklärungen des Bischofs von Graz bringen", sagt Psychologe Phillip Schwärzler von der Hotline für "Betroffene kirchlicher Gewalt".

Über Details der Beschuldigungen bzw. Einzelfälle könne man derzeit noch nichts sagen, so Paul Wuthe, Medienreferent der Bischofskonferenz, da die Briefe bei den Bischöfen noch nicht eingelangt seien. Er verwies aber auf die seit zwei Jahren geltende kirchliche Rahmenordnung, wo der Umgang mit Tätern klar geregelt sei. Überführte und verurteilte Täter dürften demnach nicht mehr in der Kinder- bzw. Jugendseelsorge eingesetzt werden.

Diözesanbischof Egon Kapellari habe bereits zugesichert, die Vorwürfe gegen Verdächtige und Beschuldigte zu prüfen, sagt dazu Diözesan-Sprecher Georg Plank. Auf die Liste der Plattform habe man schon gewartet. Die Prüfung unternehme nicht Diözesanpersonal selbst, sondern externe Experten.


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