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Zuletzt aktualisiert: 03.06.2012 um 21:46 UhrKommentare

Streit um Heilungskosten

In der Steiermark wurden 2011 rund 76.000 Leistungsfälle registriert. Die Unternehmen möchten die Kosten für die Behandlung von Unfallfolgen am liebsten neu regeln. Noch zahlt die AUVA.

Foto © APA

Stürzt jemand beim Bergwandern, braucht Arzthilfe oder ein Spitalsbett - die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) trägt die Kosten. Fällt jemand beim Auswechseln einer Glühbirne in der Wohnung vom Sessel - die Heilungskosten zahlt die AUVA. Erleidet jemand am Arbeitsplatz oder auf dem Weg zur und von der Arbeit einen Unfall - die AUVA wird in die Pflicht genommen.

In der Steiermark wurden 2011 rund 76.000 Leistungsfälle registriert, liest Landesdirektor Wolfgang Umgeher aus der Statistik, ein Rückgang um sechs Prozent. Davon sind aber nur etwa 15 Prozent Arbeitsunfälle. Der Bundesschnitt liegt bei zwölf Prozent, bemerkt Renate Römer, Obfrau der Hauptanstalt der AUVA. In der Steiermark waren das mehr als 10.000 Fälle, rechnet man die sogenannten "Wegunfälle" ab, bleiben knapp 1300 echte Arbeitsunfälle übrig. Der Rest entfällt auf Haushalt und Freizeit. Die Hauptursachen sind "Sturz und Fall", sagt Umgeher.

Für Heilbehandlung und Rehabilitation musste die Versicherung in der Steiermark rund 73 Millionen Euro aufwenden, in die Prävention fließen noch einmal 20 bis 25 Millionen. Zur AUVA gehören die Unfallkrankenhäuser in Graz und Kalwang und das Rehabilitationszentrum Tobelbad. Die häufigsten berufsbedingten Unfälle ereignen sich in der Metallverarbeitung, es folgen die Baubranche, dann die Verkäufer.

Die Betriebe sind mit der derzeitigen Regelung der Finanzierung der Heilungskosten nicht zufrieden. Sie zahlen 1,4 Prozent der Lohnsumme in die AUVA ein, tragen deren Budget. Die Kritik geht dahin, dass über die AUVA die Krankenkassen "quersubventioniert" werden, wie es Christoph Leitl ausdrückt, er ist Präsident der Wirtschaftskammer: "Wir zahlen 280 Millionen Euro zu viel und wollen 70 Millionen davon zweckgewidmet haben." Das hieße weniger Geld für die Kassen.

Was könnte die Forderung für die Versicherten bedeuten? Möglich wäre eine Anhebung der Beiträge zur Sozialversicherung oder eine Eigenleistung, z. B. über eine private Unfallversicherung.

Vor den nächsten Nationalratswahlen 2013 werde an der geltenden Regelung "nicht im Geringsten gedreht", erklärt man einhellig in der SPÖ und in der ÖVP.

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