Umschwärmter Stadtrat
Derzeit verirren sich viele Bienenschwärme in die Stadt, einer suchte sogar das Rathaus heim. Die Feuerwehr und Imker haben Hochbetrieb.
Zahlreiche Bienenschwärme schwirren derzeit durch die Stadt und lassen sich auf Bäumen und Dächern nieder, gestern auch an einer Gaupe in der Steyrergasse, gegenüber der Redaktion der Kleinen Zeitung. Selbst das Grazer Rathaus hat jetzt ein Bienenschwarm heimgesucht - gänzlich unbeeindruckt von den derzeitigen politischen Geschehnissen. Besonders umschwärmt war das Büro von SP-Stadtrat Michael Grossmann. Passiert ist nichts, man schloss rechtzeitig die Fenster. Ausrücken musste dann die Feuerwehr, um den Schwarm einzufangen.
"Derzeit sind wir wegen ausgebüxter Bienenschwärme tatsächlich häufig unterwegs. Im Rathaus, wo ja Parteienverkehr ist, in Kindergärten oder Schulen müssen wir ausrücken und entfernen die Bienen auf sanfte Art", sagt Karl Gruber von der Berufsfeuerwehr. Rückt die Feuerwehr nicht selbst aus, beauftragt sie einen Imker, etwa Johann Barthel.
Der erklärt, warum die Bienen derzeit so ausschwärmen: "In der Schwarmzeit im Mai und Juni teilen sich die Bienenvölker und bilden Schwärme aus." Schwärme umfassen bis zu 30.000 Bienen, ein Volk hat bis zu 60.000. In die Stadt geraten die Schwärme, die entweder von einer alten (Vorschwarm) oder neuen Königin (Nachschwarm) angeführt werden, auf der Suche nach Nistplätzen. Drückt der Wind oder ein Gewitter den Bienenschwarm runter oder ist die Königin schon erschöpft, so lässt er sich im städtischen Umfeld nieder.
Trifft man auf einen Bienenschwarm, rät Barthel, das Fenster zuzumachen und bei der Begegnung im Freien keine Angst zu haben. "Bienen riechen die Ausdünstung und stechen dann eher zu", weiß Barthel. Einen Schwarm fängt er ein, indem er die Bienen zunächst beruhigt. Dazu besprüht er sie mit Wasser, dann postiert er die Schwarmkiste (die riecht nach Bienenwachs) und streift den Schwarm hinein. Hat er den Schwarm gefangen, gehört er ihm auch.
















