Arbeiten die Ordensspitäler tatsächlich günstiger als andere?
Der Kostenvergleich - und warum das LKH Graz Betten verliert.

Foto © Marija KanizajBarmherzige Brüder Eggenberg: neue Aufgaben im LKH West
Mit der Übernahme des LKH West durch die Ordenshäuser können erstmals Leistungen/Kosten von Kages-Spitälern und privaten Betreibern verglichen werden. Derzeit hat man zwei indirekte Parameter: Erstens die Abgangsdeckung - jene Summe, die das Land zuschießt, um das Spitäler-Minus auszugleichen. Da bekam das LKH West über 20 Millionen Euro pro Jahr. Die drei Grazer Ordensspitäler erhielten zusammen 16,9 Millionen Euro - und das bei der fast dreifachen Zahl an stationären Patienten.
Die Differenz in der Abgangsdeckung ist mit dem höheren Ambulanz-Aufwand, personalintensiveren Nachtdiensten oder aufwendigerer Medizin etc. im LKH West nicht ganz zu erklären.
Die Ordensspitäler, die nicht an Landes-/Bundesverträge gebunden sind, können außerdem Arbeitszeiten flexibler gestalten.
Der zweite Parameter ist die Kostenverrechnung, die Spitäler an die Financiers (Land) richten. Sogenannte LKF-Punkte (Leistungsorientierte Krankenanstalten-Finanzierung) gelten als Einheit: Die Ordensspitäler kommen auf etwa 0,65 Euro pro Punkt. Die Kages-Spitäler liegen höher, das LKH Graz sogar bei 1,3 Euro, weil eine hoch spezialisierte Uniklinik mehr Personal benötigt und mehr Vorhaltekosten etc. hat.
Die geringere LKF-Honorierung der Ordenshäuser löst jetzt das Rätsel um weitere Bettenreduktionen: Das LKH Graz verliert zum Beispiel Stationen und Betten: Die Ordensspitäler sollen Leistungen übernehmen und vor allem Routinefälle des Uniklinikums "günstiger" behandeln.
















