Polizei stoppt 30.000-Euro-Parksünder
Falschparker wollte Ersatzfreiheitsstrafe entgehen und lieferte sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei. Auf der Flucht rammte der Smart-Lenker eine Streife.

Foto © KANIZAJ Der Parksünder floh vor der Polizei durch drei Grazer Stadtbezirke. Michael Kosmus zeigt, wo es zur Kollision mit einer Streife kam
Fünf Polizeistreifen verfolgten am Montag einen schwarzen Smart durch Graz. Am Lenkrad: ein notorischer Falschparker. Die stolze Summe von 30.000 Euro ist der 56-Jährige der Stadt schuldig. Nun wird er noch tiefer in der Tasche greifen müssen: Bei seiner Flucht beging der Grazer etliche Verwaltungsdelikte, raste gegen die Einbahn, über Gehsteige, durch Fußgängerzonen und rammte ein Polizeiauto, bevor er gestoppt werden konnte. Kurz: Unfall mit Fahrerflucht, die Anzeige ist unterwegs. Mittlerweile sitzt der Parksünder im Polizeianhaltezentrum. Dabei wollte der Grazer mit seiner Flucht eigentlich einer Freiheitsstrafe entgehen.
Parkvergehen
"Wir versuchen bis zuletzt, das gezahlt wird. Eine Ersatzfreiheitsstrafe ist das letzte Mittel", betont man bei der Grazer Polizei. So war es auch am Montagmittag: 14.000 Euro der Parkvergehen von insgesamt 30.000 Euro hätte der 56-Jährige begleichen sollen. Die Streife erhielt einen Hinweis, dass sich der Falschparker bei einem Cafe unweit des Parkgebührenreferats aufhält. Doch "als die Streife ankam, fuhr der Mann schon los", schildert Michael Kosmus (Polizeiinspektion Sonderdienste). Im Smart flitzte der 56-Jährige über den Joanneumring davon. Auf seiner Flucht durch Gries und Lend ignorierte er rote Ampeln und Stoppschilder, fuhr gegen die Einbahn und durch Fußgängerzonen. Noch dazu "für das Stadtgebiet viel zu schnell", erzählt Klaus Ogradnig (Polizeiinspektion Paulustor). Fünf Streifen waren dem Falschparker auf den Fersen. "An der Kreuzung Floßlendstraße-Kalvarienbergstraße stellten wir unser Fahrzeug quer, um ihn aufzuhalten."
Aber der Parksünder "rammte das Fahrzeug. Verletzt wurde niemand", berichtet Ogradnig, dass der Smart daraufhin auf den Gehsteig gelenkt wurde und durch die Lücke zwischen Auto und Ampel entkommen konnte. Endstation war wenig später: "Zwei Streifen hatten sich quer gestellt", erläutert der Beamte. Der (nicht alkoholisierte) Falschparker ließ sich widerstandslos festnehmen. Er bedauerte seine "Kurzschlusshandlung".
242 Strafzettel
Im Parkgebührenreferat der Stadt ist der Mann kein unbekannter. Im Gegenteil: Genau 242 Parkgebühren-Delikte sind dort auf das Konto dieses Mannes registriert. Rund 23.000 Euro an Geldstrafen wurden schon beglichen. Den Großteil soll seine Mutter bezahlt haben. Ein Teil der Strafen wurde auch schon über Ersatzarrest getilgt. Trotzdem sind immer noch insgesamt über 30.000 Euro an Strafsumme offen. Bei Zahlungsunfähigkeit blühen dem Mann einige hundert Tage Arreststrafe.

















