"Gummischlange" hat plötzlich gezuckt
Den Fund der giftigen Hornotter auf einem Auto in Gleisdorf wird die Schülerin Laura Ziehenberger "nie vergessen". Und: Land muss 5200 Euro Miete für herrenlose Reptilien zahlen.

Foto © BREITLER Laura Ziehenberger (mit Tante Daniela Drobnak) fand am Auto eines Nachbarn die Hornotter
Angst? "Nein. Ich hatte keine Angst, meine Tante schon eher", sagt Laura Ziehenberger lachend. Am Montag hatte die Siebeneinhalbjährige auf Walter Wuganiggs Auto in Gleisdorf eine giftige Hornotter gefunden - wir berichteten. "Zuerst habe ich gedacht, da liegt eine Gummischlange", erzählt Laura, "doch dann hat sie gezuckt."
Schnell alarmierte sie ihre Tante Daniela Drobnak, die gleich die Polizei verständigte. "Zum Glück haben wir ein Foto gemacht, noch bevor sich die Schlange verkrochen hat", sagt Drobnak. So konnte sie dem Amtstierarzt Gerhard Kutschera das Aussehen beschreiben. "Ein dreieckiger Kopf heißt scheinbar, dass es sich um eine Giftschlange handelt", so Drobnak.
Polizei und Amtstierarzt rückten aus. Nach knapp eineinhalb Stunden war die Aktion vorbei: Die Schlange wurde vom Reptilienexperten Werner Stangl mit einer Greifzange aus dem Motorraum geholt. "Ich werde die Geschichte aber nie vergessen", meint Laura, nachdem sie nicht nur ihren Mitschülern, sondern auch zwei Fernsehteams ihre Geschichte erzählt hatte. "Aber jetzt muss ich meine Hausaufgaben machen. Wenn Fernsehstars so jung sind, müssen sie eben noch Aufgaben machen", lacht Laura.
Noch etwas konsterniert ist Wuganigg, in dessen Auto sich die Schlange verkrochen hatte: "Ich bin mit meiner Familie am Donnerstag aus Kroatien zurückgekommen. Wie nach jedem Urlaub bin ich daheim zur Tankstelle gefahren und habe im Motorraum die Flüssigkeiten nachgefüllt." Er mag sich nicht vorstellen, was gewesen wäre, "wenn die Schlange da oben auf dem Motor gelegen wäre. Ich habe nicht geahnt, dass so etwas möglich ist".
Michael Ganster vom Zeltweger Mini-Zoo hätte es geahnt, ist er doch bei unerwarteten Reptilienfunden ein gefragter Mann. So zum Beispiel 2008, als ein Kind in Knittelfeld eine "Plastikschlange" im Hof entdeckt hatte: Es war aber eine Kornnatter, die von Ganster übernommen wurde. Auch als nun ein Grazer Reptilienfachmann das Handtuch werfen musste, landeten 69 Tiere in Gansters Zoo. Im Auftrag des Landes wohlgemerkt und natürlich gegen Gebühr. Von der Landesregierung höchstselbst musste die Unterkunft für herrenlose Reptilien abgesegnet werden - derzeit 5200 Euro im Monat. Auch wegen des "Einbruchs der Verkaufszahlen für vor allem große Schlangen", wie im Akt steht. "36 Tiere wurden mittlerweile verkauft", heißt es im Landhaus.

















