"Nur Doppelgleisigkeiten"
Didaktikausbildung ist vor allem Kostenfrage.

Foto © FUCHSMartin Polaschek, Vizerektor der Uni
Es wird oft die praxisferne Ausbildung der Lehrer an den Unis kritisiert. Wie sehen Sie das?
MARTIN POLASCHEK: An der PH gibt es Kleingruppen und die Übungsschule. Ich habe mir ausgerechnet, dass dies etwa 1000 Euro pro Studenten oder für uns 350.000 Euro pro Jahr bedeuten würde, während wir mit 100 Euro auskommen müssen. Irgendwie müssten diese Mittel ja aufgebracht werden, wenn man das für alle machen will. Und dazu bräuchte man dann eine zweite und dritte Praxisschule. Denn wir haben an der Uni etwa doppelt so viele Lehramtsstudenten wie an der Pädagogischen Hochschule. Würde man die Uni-Studenten zur PH geben, käme dies einer Gettoisierung der Lehrenden gleich.
Dennoch: Warum sollte das nicht an die zur Uni aufgerüsteten PHs gehen?
POLASCHEK: Wenn es mehr sein soll als nur das Türschild auszutauschen, dann müssten die PHs und das Unterrichtsministerium auf universitäre Strukturen aufgerüstet werden. Und das würde eigentlich nur den Aufbau von Doppelgleisigkeiten bedeuten.
Wie sieht es denn mit dem neuen Lehrertyp der Neuen Mittelschule aus?
POLASCHEK: Da hat sich leider noch niemand darüber Gedanken gemacht. Da versuchen wir derzeit, uns aktiv einzubringen.
















