Radfahrer soll 400 Euro Strafe bezahlen
Ein Kärntner, der in Graz studiert, war dort mit seinem Rad unterwegs. Nicht ganz vorschriftsgemäß. Dafür soll er 400 Euro Strafe zahlen. - Für jeden Mangel 50 Euro.

Foto © StanjeBernhard Stanje war in Graz mit seinem Fahrrad auf einem Gehweg unterwegs - dafür soll er bezahlen und für vieles mehr . . .
Radfahren kann ganz schön teuer sein. Diese Erfahrung musste Bernhard Stanje aus St. Margarethen ob Töllerberg (Bezirk Völkermarkt) jetzt machen: 400 Euro soll der 23-Jährige, der in Graz studiert, für einen einige hundert Meter langen Ritt auf seinem Drahtesel berappen.
"In der Grazer Grabenstraße war ein langer Stau", erzählt der Kärntner, "aus Angst, den Rückspiegel eines Autos zu beschädigen oder den Lack zu zerkratzen, bin ich auf den Gehweg ausgewichen." Dort sei er "ganz langsam, fast im Schritttempo" auf eine Kreuzung zugeradelt.
Direkt in die Arme eines Polizisten. Und der sah anscheinend rot. "Die Beleuchtung ist ja nicht besonders, aber die lasse ich ihnen noch einmal durchgehen", habe der Beamte gesagt, erzählt Bernhard Stanje. Dann begann der Beamte diverse Verkehrssünden des Studenten aufzulisten: "Fahren auf dem Gehweg, kein Rückspiegel, keine Reflektoren an den Pedalen, keine Reflektoren an der Seite, keine Klingel . . ." Bernhard Stanje zitiert aus der Anzeige. 50 Euro soll er pro Mangel bezahlen, in Summe 400 Euro.
"Mit so viel Geld komme ich normalerweise einen ganzen Monat aus", sagt der 23-Jährige, der mit der Anzeige fast nicht mehr gerechnet hatte: "Am 18. Oktober ist das passiert", erinnert er sich, "am 26. April habe ich den blauen Brief bekommen. Nach Kärnten übrigens, obwohl mein Hauptwohnsitz in Graz ist", sagt Stanje.
Gegen den Bescheid hat er berufen. "Vor allem deshalb, weil in der Anzeige nun doch steht, dass ich ohne Licht gefahren bin, was gar nicht stimmt", betont der Student, "ich war auch mit Laufschuhen unterwegs, die Reflektoren haben, hätte also auf den Pedalen keine gebraucht". Auch einige andere Punkte beinhaltet Stanjes Schreiben an die Grazer Polizei.
Die beschäftigt sich bereits mit dem Akt, bestätigt Polizei-Pressesprecher Maximilian Ulrich.

















