Grawe wird zur Holding
Bis 2014 soll neue Dachgesellschaft für den Konzern formiert werden. Das Geschäftsjahr 2011 war gut, aber durch Ungarn deutlich belastet.

Foto © APAGeneraldirektor Othmar Ederer
Die Grazer Wechselseitige hat ein unspektakuläres Geschäftsjahr 2011 hinter sich: Es gab keine Zukäufe und keine Abgänge, bei den Prämieneinnahmen und der Bilanzsumme konnte man spürbar zulegen, beim Ergebnis allerdings musste man einen Dämpfer hinnehmen. Der Gewinn vor Steuern ging um sieben Prozent zurück, was vor allem dem Bankenbereich anzulasten ist. Denn während das Geschäft mit Versicherungen und Immobilien hervorragend läuft, blieb die in Grawe-Besitz befindliche Sopron Bank nicht von den Turbulenzen im ungarischen Bankwesen verschont.
Rund 7,5 Millionen Euro musste man in Ungarn wertberichtigen, im gleichen Ausmaß führte die Grawe frisches Kapital zu. Als Folge halbierte sich das Ergebnis im Grawe-Bankensektor auf 7,1 Millionen Euro. Dafür freuen sich Generaldirektor Othmar Ederer und der scheidende Aufsichtsratspräsident Franz Harnoncourt-Unverzagt über die gestärkte Eigenmittelbasis, die in der österreichischen Grawe-AG um zehn Prozent auf 390 Millionen Euro gewachsen ist. Als "zufriedenstellend" bezeichnet Ederer den Geschäftsgang.
Für das Bank- und Immobiliengeschäft gibt es im Grawe-Konzern eigene Unternehmen, für das Versicherungswesen vorerst noch nicht. Die Pläne, eine Versicherungs-Gruppe zu bilden und darüber eine Grawe-Holdinggesellschaft als Dach aufzusetzen, dürften erst Mitte 2014 verwirklicht werden. Ursache dafür sind die neuen europäischen Kapitalvorschriften für Versicherungen, die unter dem Projektnamen "Solvency II" laufen. Diese Regeln werden erst Mitte 2013 im Detail vorliegen. Die neue Holding-Konstruktion soll dann die optimale Antwort darauf sein.
Harnoncourt mahnte zum Abschied nach 27 Jahren: Jede Firma solle sich um ordentliche Fehlerkultur bemühen.
















