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    Zuletzt aktualisiert: 17.05.2012 um 07:27 UhrKommentare

    Piraten bereit für steirische Polit-Bühne

    Die neue Landespartei stellt sich am Samstag auf. Vorab verraten vier Piraten Motive, Methoden und Ziele. Der Traum: Zehn Prozent bei der Gemeinderatswahl 2013.

    Matteo Treitler, Herbert Danzinger, Philip Pacanda und Eduard Rust wollen Piratenpartei Steiermark nach oben bringen

    Foto © Jürgen FuchsMatteo Treitler, Herbert Danzinger, Philip Pacanda und Eduard Rust wollen Piratenpartei Steiermark nach oben bringen

    Der Kontostand der steirischen Volkspartei? Wird wie ein Staatsgeheimnis gehütet. Und bei den Piraten? "952,44 Euro aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden", teilen die Steirer per Email um 23.46 Uhr mit. Man praktiziert "extremste Transparenz". So wie sie Interimsvorstand Philip Pacanda von Stadt und Land einfordert.

    Aber wer sind diese Piraten, die am Samstag an Deck gehen und die steirische Politik ändern wollen? Registriert sind in Graz rund hundert Mitglieder, in den Interessentengruppen sind etwa 250 Personen. Viele sind im Internet unter einem Pseudonym aktiv. Vier Mitglieder treten nun vor: neben Pacanda (Innovationsberater, 33, Pseudonym "fisima") noch Herbert Danzinger (Projektmanager, 41, "magicherb"), Matteo Treitler (Schüler, 17, "matteo") sowie Eduard Rust (Pensionist, 64, "edo"). Sie verbindet "eine Unzufriedenheit mit der Politik. Seit vielen Jahren", schildert Rust. "Man jammert immer, als Pirat hat man nun die Möglichkeit, selbst Politik zu machen", meint Treitler. Dass die Partei das Image einer Truppe von Sonderlingen hat, stört ihn. Sein Bild eines Piraten? "Ein normaler Mensch, der eine Wohnung hat und eine Familie planen will", sagt just der Jüngste.

    Basisdemokratisch, gut vernetzt, flache Strukturen, offen, Ideen statt Ideologien: So skizzieren die Steirer ihre Fraktion. Deren Spitze wird am Samstag im Uni-Lokal "Bierbaron" gekürt. "Gesucht wird das Team, das die weitere Koordination übernimmt. Die Gemeinderatsliste wird extra erstellt", so Pacanda. Er träumt von zehn Prozent bei der Gemeinderatswahl in Graz (Jänner 2013). Und er gilt als Favorit für den Vorstandposten, wenngleich sich im Vorfeld einige andere Kandidaten in die Auslage gestellt haben: vom Ex-Junge-VP-Mitglied bis zum "Berater für Verkehrsangelegenheiten eines Nationalratsabgeordneten". Mittlerweile beschränkt sich die Liste ernsthafter Anwärter aber auf neun Personen. Promis oder dergleichen? Die schrecken Piraten ab. Ein Frank Stronach könnte zwar mitmachen, sich "auf die Straße stellen und Zettel verteilen. Zeit ist uns wichtiger als Kohle", betont Danzinger. Man sucht "ein Sprachrohr. Selbstdarsteller haben bei uns keine Chance. Der wird weggeshitstormed." Womit jene Empörungswelle gemeint ist, die von der Basis via Internet ausgehen kann. "Wenn etwas nicht passt, bekommt man das schnell um die Ohren gehaut", bestätigt Danzinger. Das sei ein schneller Lernprozess - "da sind viele, die viel klüger sind, als man selbst ist. Basisdemokratie tut weh", nickt Pacanda.

    Diesen Druck will man freilich an Entscheidungsträger weitergeben. Für Projekte, Bürgerinitiativen und Wähler. Permanent tauscht man sich aus, recherchiert, ergänzt. Für Graz entsteht eine "Piraten-App", mit der man via Handy sofort melden kann, wo der Schuh drückt. Der Verkehr ist so ein Thema: Rust hat ein Modell, demnach man um 30 Euro im Monat fahrscheinfrei die Öffis im Raum Graz benutzen könnte. Auf Bildungsebene soll es drei Wochen vor Schulbeginn Nachhilfe geben - kostenlos.

    THOMAS ROSSACHER

    Kommentar

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