Alkoholverbot in Graz noch ohne Wirkung
Das flächendeckende Alkoholverbot in der Innenstadt zeigt sich nach zwei Wochen mehr als zahnlos. Die "Szene" am Hauptplatz weicht nicht.
Quelle © Foto: KLZ Digital Ordnungswache: 12 Mitarbeiter für Alkoholverbot
Wie sich die Bilder vor und nach dem ausgeweiteten Alkoholverbot am Hauptplatz doch gleichen. Weiterhin steht man am Billa-Eck in Grüppchen beisammen, die frühere Schnapsflasche hat man durch die Latella- oder Apfelsaftbox ersetzt. Wollte Bürgermeister Siegfried Nagl mit dem Verbot die dortige Alkohol- und Drogenszene aus dem Blickfeld des Hauptplatzes und damit aus der Innenstadt verbannen, so ist das bisher misslungen.
"Das Alkoholverbot ist noch ohne Wirkung", bekundet auch Karl Heissenberger, Inhaber des gleichnamigen Teegeschäfts am Hauptplatz, der immer wieder lautstark Kritik an Alkohol- und Drogenexzessen am Billa-Eck übte. Die Ordnungswache müsse das Gesetz jetzt auch exekutieren, was kaum passiere. "Die Stadt ist da unter Zugzwang", meint Heissenberger.
Andreas Köhler, Chef der zuständigen Ordnungswache, widerspricht: "Es gibt keine Auffälligkeiten. Wir sind dort, haben Belehrungen ausgesprochen. Wir reden mit den Leuten." Einschreiten oder Strafen verhängen musste man bisher nicht. Ihm gehe es auch nicht darum, die Billa-Eck-Szene zu vertreiben, sondern das Alkoholverbot zu überprüfen. Doch ohne Grund können Ordnungswache wie auch Polizei kaum genauere (Geruchs-)-Kontrollen etwa "der nicht alkoholischen Gebinde vornehmen", sagt Köhler.
Für Bürgermeistersprecher Thomas Rajakovics zeigt das Verbot dennoch Wirkung: "Die Leute sind seit dem Verbot in einem besseren Zustand. Sie verhalten sich anders." Für eine Bilanz sei es noch viel zu früh. Gelänge es, einige vom Billa-Eck in Erfa-Beschäftigungsprojekte zu bringen, sei das schon ein Erfolg.













