Zustandsbelege für die Zukunft
Das Crossroads-Festival bringt erstmals 30 preisgekrönte Dokumentarfilme nach Graz.

Foto © Veranstalter
Er gilt als erster Giftmüllskandal des frisch geschlüpften US-Umweltdenkens in den 1970ern: Love Canal, Stadtteil bei den Niagara Falls. Im Dokumentarfilm "A Fierce Green Fire" porträtiert Mark Kitchell mutige Menschen wie die Hausfrau und Love-Canal-Kämpferin Lois Gibbs, die die Umweltinitiative zur stärksten Bewegung des letzten Jahrhunderts gemacht haben.
Der Sundance-Siegerfilm 2012 läuft am Sonntag als Sneak Preview beim neuen Crossroads-Festival für Dokumentarfilm und Diskurs im Grazer Forum Stadtpark erstmals auf europäischem Boden. Und zwei weitere Europa-Premieren konnte Kurator Josef Obermoser an Land ziehen: "A Wild Idea" von Veronica Moscoso zoomt nach Ecuador, wo riesige Erdölreserven nicht geschröpft werden, sondern mit Unterstützung der Vereinten Nationen unangetastet bleiben dürfen. Und "Waking the Green Tiger" des Kanadiers Gary Marcuse, der den Kampf Einzelner gegen ein Mammut-Damm-Projekt im Jangtse in China schildert.
30 preisgekrönte Filme, mehr als die Hälfte davon Österreich-Premieren, zeugen von Zerstörung und sozial-ökologischen Krisen, aber auch Auswege und Alternativen für die Zukunft auf.
Der Anlass für das Festival ist ein rundes Jubiläum: 1992 rief die UNO zum Erdgipfel in Rio de Janeiro auf, diesen Juni folgt die Fortsetzung. "Aber der Widerstand gegen die Zerstörung ist gewachsen", sagt Obermoser.
Neben Filmen, viele in Originalversion mit englischen Untertiteln, wird auch der Diskussion darüber viel Platz eingeräumt. Filmemacher wie Kitchell oder Moscoso sowie der Goldman-Preisträger Ricardo Navarro werden via Livestream zugeschaltet. Wissenschaftliche Vorträge steuern die Politologen Franziskus Forster, Andreas Grünewald oder Birgit Mahnkopf bei. Und: Im Filmbeisl darf nach dem Abspann weiterdiskutiert werden.

















