iPad = Lernen auf lustige Art
Die Klasse der Zukunft: Für die Schüler der 4.a der Volksschule Graz-Hirten ist das iPad im Unterricht nicht mehr wegzudenken.

Foto © KanizajDie 4.a-Klasse der Volksschule Graz-Hirten und ihre Lehrerin Silvana Aureli (Zweite von rechts)
I n der 4.a der Volksschule Graz-Hirten im Grazer Bezirk Lend ist alles ein bisschen anders. Das hat weniger damit zu tun, dass alle 16 Schüler eine nichtdeutsche Muttersprache haben (sie oder ihre Eltern stammen aus Bosnien, Mazedonien, der Türkei und Ägypten). Aber damit, dass hier Unterricht am Puls der neuesten Unterrichtsmedien gemacht wird. Dementsprechend stolz verkünden die Viertklassler: "Wir sind die erste iPad-Klasse in der Steiermark."
Verantwortlich dafür ist ihre Lehrerin Silvana Aureli, die ihre Begeisterung für das iPad auf die Schüler übertragen hat. Seit letztem Herbst wird das iPad in den Unterricht eingebettet. Die Kinder haben seither viel gelernt.
Etwa in Deutsch: Aurelis Aufgabenstellung, Lernwörter zu suchen, richtig zu schreiben und ein passendes Bild zu finden und auf einer Seite anzuordnen, erledigen die meisten Kinder in Windeseile, sind die acht Klassen-iPads einmal ausgeteilt. Emsig wird zu zweit gearbeitet. Die Apps dazu, also die Anwendungsprogramme, hat ihre Lehrerin zuvor auf den iPads installiert. Allein im Bildungsbereich gebe es Tausende Apps. Viele davon nütze sie für Mathematik, Deutsch, Englisch, Sachkunde oder für den kreativen Bereich. Aureli: "Das iPad ist das ideale Werkzeug, um Kinder individuell und differenziert zu fördern."
Besonders beim Spracherwerb sei das iPad sehr hilfreich für die Kinder ihrer Klasse. Der Umgang mit dem iPad ist den Kindern schon sehr vertraut: Sie machen etwa Videos mit selbst gestalteten Szenen, schneiden einen Comic dazu . . . Wie Profis präsentieren sie auch ihre Arbeit.
Medienrealität
Für die Kinder ist klar: "Unser Unterricht ist spannender geworden und wir lernen viel, aber auf lustige Art." Das zeigen auch die Leistungen, bestätigt ihre Lehrerin. Aureli, die selbst an der Pädogischen Hochschule Graz ihren Lehrerkollegen den iPad-Einsatz schmackhaft macht, ist überzeugt: "iPads und Apps ermöglichen interessanteres Lernen und wir als Schule holen die Medienrealität, die die Kinder ohnehin umgibt, rein in den Unterricht." Den Einsatz moderner Medien schreibt übrigens auch das Unterrichtsministerium vor.
Aber es hapert am Geld. Die acht iPads finanzierte die Schule über ihr Budget für Projekte, um nicht die Eltern zu belasten. Aureli: "Das Ministerium und der Erhalter lassen leider aus." Sie fordert: Die Kosten für die Apps (80 Cent bis zu fünf Euro) sollten über die Schulbuchaktion finanziert werden.
Features
Fakten
Der Medienerlass des Unterrichtsministeriums vom Jänner 2012 sieht als Zielsetzung das Erreichen einer "Medienkompetenz" von Schülern vor. Auch in der Volksschule soll eine kritische Nutzung Neuer Medien praktiziert werden.
Die Schüler sollen durch "Selbsttätigkeit" Medienerfahrung machen und selbst Medien herstellen.














