Die "Königskinder" von heute
König Artus tafelt in der Lagerhalle. "King A" verhandelt auf der Grazer Probebühne Loyalität, Liebe, Migration für ein junges Publikum.

Foto © LUPI SPUMA Turbulent, aber auch mit sehr Tiefgang: Szene aus "King A"
Echte Ritter sind voll tapfer, müssen nicht immer gewinnen und denken überhaupt nicht mehr an den Ärger im Kindergarten damals. Im Lager eines Supermarktes mutieren Schneeschaufelblätter und -stiele zu Schilden und Schwertern und fünf junge Lagerarbeiter aus den unterschiedlichsten Ecken der Welt zur königlichen Tafelrunde. Artus, Merlin, Lanzelot, Kai und Guinevere messen sich im Schwerter- und im Große-Reden-Schwingen, in den Ulk mischen sich nach und nach andere Geschichten: von familiärem Aufstiegsdruck, von weiblicher Selbstbehauptung, vom Fußballspielen in der Wüste.
Wandlungsfähig
"King A", Gemeinschaftswerk eines holländischen Autorenkollektivs, uraufgeführt 2002, wird auf der Probebühne am Grazer Schauspielhaus zur furiosen Selbsterkundung einer Generation voll vager Hoffnungen. Mitreißend setzt der Theater-Spielclub "Königkinder" dieses Spiel vom Fragen auf der Bühne um: Bananenschachteln, Folienmaterial und Lastkarren beweisen erstaunliche Wandlungsfähigkeit, Handyklingeltöne machen die Bühnenmusik. Zwischendurch bringt Regisseurin Verena Kiegerl durch witzige Choreografien Bewegung in die knapp 80-minütige Verhandlung von Loyalität und Ehrbegriff, Frauenrechten und dem Recht auf Bildung.
Und dass sich am Ende auch noch die falschen beiden ineinander verlieben: So geht halt die Legende - und das Leben manchmal auch. Verdienter Jubel für das fünfköpfige Ensemble, inklusive Extraapplaus für Sven Tomac, der als Lanzelot gefühlte 1000 Liegestütz absolviert.

















