Berater über Maulkorb verwundert
Obwohl 25 Millionen Euro geflossen sind, verhindern SPÖ und ÖVP, dass die Berater publik werden. Das ärgert die Opposition - und macht sogar die Vertragspartner des Landes stutzig.

Foto © GERNOT EDER Berateraufträge: SPÖ und ÖVP (hier die Klubobleute Kröpfl und Drexler) schweigen
Welche Beratungsfirmen haben 25 Millionen Euro vom Land kassiert? Auch nach dem jüngsten Eklat im Kontrollausschuss - die Oppositionsparteien bekamen einen Maulkorb verpasst - halten SPÖ und ÖVP dicht. Dabei kursiert nun eine Liste der größten Auftragnehmer (2005 bis 2010). Es geht um Beträge zwischen 400.000 und 1,7 Millionen Euro. Für EDV-Dienstleister, Treuhänder, Ziviltechniker, Unternehmensberater oder eine landeseigene Forschungsgesellschaft. Aber selbst diese (Joanneum Research) darf offiziell nicht genannt werden. Dabei hätten Berater kein Problem mit einer Nennung. "Soll ich mich genieren?", fragt Hugo Kofler. Seine Ziviltechnikkanzlei stehe Kunden mit fachlicher Kompetenz zur Seite. Auch dem Land, die Projekte hat Kofler im Internet veröffentlicht: vom Graureiher-Monitoring über ein Projekt an der Ennstal Bundesstraße bis zur Natura-2000-Betreuung. Für ihn "kein Problem", zumal "wir für die Sache und für das Land kämpfen".
Koflers Auftragsvolumen wird im Landhaus inoffiziell mit einer Million Euro beziffert. Als Basis diente die "Vorlesung" von Rechnungshofchef Johannes Andrieu. Protokoll durfte offiziell nicht geführt werden.
Mit Verträgen von knapp 1,7 Millionen Euro führt die Beraterliste die Grazer Firma "toolbox Systemberatung" an. "Damit habe ich doch kein Problem", betont Manager Peter Schreiner. Alles sei auf Basis großer Ausschreibungen erfolgt, man habe korrekt und mit viel Einsatz für das Land (im EDV-Bereich) gearbeitet. Deshalb werde er doch kein schlechtes Gewissen haben.
"Sachlich und korrekt"
Kein Problem, als Berater genannt zu werden, hat zudem "atempo". Aber "sachlich und korrekt. Wir wollen nicht in einer Reihe mit Lobbyisten stehen, die nicht wissen, wo ihre Leistung war", betont Geschäftsführerin Walburga Fröhlich. Man musste einiges durchstehen, als der Rechnungshof Alt-Sozialreferent Kurt Flecker für die Auftragsvergabe (rund 900.000 Euro) in die Mangel nahm. Dabei bietet "atempo" als Einziger in Europa die Evaluierung von Einrichtungen für Menschen mit Behinderung durch Betroffene an, erläutert die Geschäftsleitung.
Rot und Schwarz schweigen sich unterdessen aus. "Es wurde Vertraulichkeit vereinbart", so die Standardantwort. Und die Opposition? Lambert Schönleitner (Grüne) will Regierungsmitglieder mit Anfragen eindecken und vom Rechnungshof die Berater von Energie Steiermark & Co. geprüft haben. Georg Mayer (FPÖ) möchte beim nächsten Kontrollausschuss nachhaken.
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"Wir haben kein Problem, genannt zu werden. Wir haben ordentlich gearbeitet, warum sollte man deshalb ein schlechtes Gewissen haben?"
Peter Schreiner von "toolbox", für das Land im EDV-Bereich tätig.

















