Letzter Schliff für den Reininghaus-Deal
Stadt und Steiermärkische wollen Reininghaus in gemeinsamer Projektgesellschaft übernehmen. Verhandlungen mit der Asset One im Finale.

Foto © Asset One Vision der Asset- One-Architekten: die "Neustadt Reininghaus" mit revitalisierter Mälzerei aus dem Altbestand
Die jetzt einsehbare Konzernbilanz (Stichtag 30. Juni 2011) der Asset One zeigt, wie heikel der Deal für die Stadt ist. Die Überschuldung der Asset One liegt bei 10,18 Millionen Euro. Addiert man Kredite und Genussscheine, liegt der Schuldenberg bei 94,4 Millionen Euro, analysiert ein renommierter Grazer Wirtschaftsprüfer die Zahlen für die Kleine Zeitung. Die Steiermärkische Bank als hauptfinanzierendes Institut hat die Laufzeit für den 84,5-Millionen-Kredit sicherheitshalber nur noch halbjährig verlängert. Pro Jahr muss die Asset One rund 3,4 Millionen Euro Zinsen berappen. Mit 30. Juni 2012 ist der Kredit fällig.
Just zu diesem Datum will die Stadt den Kauf der Asset One mit dem Reininghaus-Areal in trockenen Tüchern haben. Dass die Fälligstellung des Kredites etwas mit der Eile bei den Verhandlungen zu tun hat, weisen Finanzstadtrat Gerhard Rüsch (ÖVP) und Asset-One-Geschäftsführer Bernhard Astner von sich. Obwohl Rüsch klarstellt: "Natürlich ist die Steiermärkische für uns ein wichtiger Verhandlungspartner. Die Banken sind ja längst im Grundbuch." Astner betont: "Wir haben mit der Bank schon über eine weitere Verlängerung der Kredite verhandelt." Auch wenn der Deal mit der Stadt platze, stehe die Asset One nicht mit dem Rücken zur Wand.
Verhandlungsfinale
Seit Dienstag ist das Verhandlungsfinale eröffnet. Schwarz-Grün bekennt sich zur Kaufabsicht, "wenn sichergestellt ist, dass wir einen autoarmen, energieautarken Stadtteil realisieren", betont die grüne Vizebürgermeisterin Lisa Rücker. Unter dieser Prämisse sollen die Grazer im Juni befragt werden.
So soll der Deal laufen: Die Stadt übernimmt die Asset One um einen Euro samt den 54 Hektar großen Reininghaus-Gründen und Schulden von 75 Millionen Euro. Die jetzigen Eigentümer behalten 38 Hektar Grund in Puntigam und Liebenau. "Die Steiermärkische soll als Minderheitseigentümer bei der städtischen Projektgesellschaft für Reininghaus einsteigen", erklärt Rüsch. Und es soll eine Finanzierung gefunden werden, die den Milliarden-Schuldenberg der Stadt nicht weiter wachsen lässt.
Nur eine Frage wird den Steuerzahlern, die den Reininghaus-Kauf bezahlen sollen, nicht beantwortet, bevor sie im Juni bei der städtischen Befragung für oder gegen den Deal stimmen können: Wer die Hintermänner der Asset One sind.


















