Unzulänglicher Torso
Das "Weltwunder Zauberflöte" büßte in einer verstümmelten Fassung viel von seinem Sinn ein.

Foto © KK Thomas Tatzl gefiel als Papageno
GRAZ. Die "Reduktion auf die großen Szenen" von Mozarts "Zauberflöte" hatte ihre Tücken. Denn der Verzicht auf die Figur des Monostatos, dessen Part zum Teil der stimmschwache Concertchor übernehmen musste, und jene des Sprechers führte zu Sinn störenden Lücken, die auch der Einsatz eines Moderators nicht schließen konnte. Dessen Text (aus der Feder von Andrea Sailer) verriet überdies mangelhafte Werkkenntnis. Tamino erhält keine "goldene Flöte": "Es schnitt mein Vater sie aus tiefstem Grunde der tausendjähr'gen Eiche aus", berichtet Pamina.
Im großen Kammersaal in Graz (und tags zuvor in Weiz) ersetzten Projektionen von Stefanie Greiter das Bühnenbild bei einer halbszenischen Aufführung von Mozarts Oper "Die Zauberflöte" unter der betulichen Leitung von Alois J. Hochstrasser am Pult der nur müde Routine zeigenden Pannonischen Philharmonie.
Wuchtig donnerte als Star der Aufführung Kurt Rydl den Sarastro. Dramatisches Potenzial stellte auch Nicola Proksch als Königin der Nacht unter Beweis. Als indisponiert entschuldigen lassen musste sich Barbara Emilia Schedel (Pamina), erst allmählich zu seiner gewohnten Form fand Johannes Chum als Tamino.
Den stärksten Eindruck hinterließ der an der Zürcher Oper engagierte steirische Bassbariton Thomas Tatzl als kerniger, sympathischer Papageno.














