Gabalier in Graz: Willkommen in der Wohlfühlwelt
Andreas Gabalier (27) rockt sich live aus der Schlagerecke weg. Als neuer Vertreter des Heimatlieds begeisterte er mehr als 8500 Fans in der Grazer Stadthalle.
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"Angesichts dieser Begeisterung würde es reichen, nur drei Stehlampen und einen Mikrofonständer auf die Bühne zu stellen", scherzte jemand aus dem 60-köpfigen Tourtross, während sich die Grazer Stadthalle bis auf den letzten Platz füllte. Doch bei der ersten Live-Tournee von Andreas Gabalier wird nichts dem Zufall überlassen, die Produktion inklusive des Lichtdesigns braucht internationale Vergleiche nicht zu scheuen.
Sein Mikrohalter ist gleichzeitig eine Jagdtrophäenschau, sein Auftreten selbstbewusst: Ich bin einer aus der Heimat und singe für die Heimat. Denn "bei uns hoit a Freindschoft a Leben long". Und "daham bin i nur bei dir". Das hört man gern in krisengeschüttelten Zeiten. "Vom Kindergarten bis ins hohe Alter", wie der 27-Jährige sein Publikum selbst beschreibt. Gabalier singt von Dingen, die Halt geben.
Und das mit starker, kerniger Stimme, die Ecken und Kanten hat. Mit seiner siebenköpfigen Rockband fegt sich der mit dem "Amadeus Award" als bester Schlagerkünstler ausgezeichnete Steirer aus der Schlagerecke weg.
Die Austropopper hätte es ohne Ö3 nicht gegeben. Gabalier ist also ein Phänomen - er hat es ohne Unterstützung des größten Radiosenders und auch etwa ohne die Antenne Steiermark geschafft. Der Alpen-Elvis betont selbst, ehe er die Ballade "Amoi seg' ma uns wieder" anstimmt: "Ich bin nicht der Après-Ski-Musiker!"
Auszeichnung
Mehr als 8500 Besucher wollten das Heimspiel nicht verpassen, das haben erst zwei Acts in der Grazer Stadthalle geschafft - die britische Gruppe Depeche Mode und die dänischen Hardrocker Volbeat. "Vom größten Entertainer seit Robbie Williams", spricht gar sein Tourneeveranstalter, sieht in ihn wohl auch einen Prediger ("Er hat diese Kirche gefüllt") und überrascht ihn mitten im Konzert mit einem "Platin-Ticket". Es steht für 50.000 verkaufte Karten auf der rot-weiß-roten Konzertreise mit acht Stationen.
Die Sehnsucht nach alten Werten ist offenbar groß - und Gabalier verkörpert sie, ist ein zeitgemäßer Vertreter des Heimatlieds (er spricht von "Lebensgefühl", "unseren starken Männern", den "flotten Buam und den feschen Madln"), ohne darauf zu vergessen, mit seinem Image als Draufgänger bei den Damen zu kokettieren. Zeilen wie "I leb nur für di" muss man ihm nicht ganz glauben - die Halle kocht trotzdem.



















