Sie kämpfen um ihre Bar
Das Lokal "Barprojekt" in der Klosterwiesgasse muss zusperren, weil Bescheid fehlt. Fans planen Proteste.
S tammgäste trauern und haben Friedhofskerzen aufgestellt. "Das Barprojekt ist an chronischer Bürokratie erkrankt und muss bis auf Weiteres im Bett bleiben", ist auf der Tür in der Klosterwiesgasse 6 zu lesen.
Der Traum von elf Freunden und ihrer Bar, gestartet im September 2010 als Barprojekt, ist vorerst ausgeträumt. So sieht es die Grazer Bau- und Anlagenbehörde. Am Montag flatterte ein Bescheid ins Haus, wonach die Nutzung als Lokal "mit sofortiger Wirkung zu unterlassen sei". Warum? "Weil keine Konzession zur Nutzung als Gaststätte, sondern nur als Geschäftsfläche vorliegt", sagt Amtsleiterin Verena Ennemoser und beruft sich auf eine Bewilligung von 1972. Zur Erinnerung: Dort, wo jetzt das Barprojekt ist, existierte von 1984 bis 2010 die Hemingway American Bar.
Ennemoser führt noch einen Grund an: "Die Lärmbelästigung war für eine Familie nebenan zu hoch." Das elfköpfige Gründerteam der Bar versteht die Stadtpolitik nicht, hat man doch im letzten Sommer das Lüftungssystem ausgetauscht, beanstandete Mängel der Behörde ausgebügelt oder Konzerte um 22 Uhr beendet. "Uns war es immer wichtig, alles auf eine legale Ebene zu heben", betonen sie. Und: "Es wirkt, als wolle man uns loswerden." Für Dienstag ist ein Termin bei Ennemoser fixiert. "Wir wollen das Ding retten." Wollen die Fans auch: Eine gestern gegründete Facebook-Gruppe zählte nach wenigen Stunden mehr als 900 Mitglieder. JULIA SCHAFFERHOFER















