Notgedrungen ein Jubiläum
10 Jahre "VinziTel": Die Notschlafstelle feiert am Freitag Jubiläum. Mit einem Tag der offenen Tür – und dem Wunsch nach einem zweiten Standort.

Foto © mar costa
Am Anfang gab es ein Lächeln – meist spöttisch gemeint. Bei der Gründung der Grazer Notschlafstelle im Jahr 2002 wurde die Idee "bestenfalls belächelt", so die Initiatoren der Vinzenzgemeinschaft Eggenberg. Zehn Jahre danach sei in der Regel eine fast hundertprozentige Auslastung des ?VinziTel“ gegeben. Sowie der Bedarf nach einem zweiten Standort.
Und wenn eine Notschlafstelle schon notwendig ist, soll sie auch gefeiert werden – die Tatsache, dass man helfen kann. Also steigt morgen, Freitag, in der Lilienthalgasse 20a ein Tag der offenen Tür. Von 10 bis 18 Uhr gibt es unter anderem einen Festakt, Livemusik und Hausführungen.
"Die Notschlafstelle mit Hotelcharakter ist rund um die Uhr geöffnet und nimmt im Gegensatz zu anderen auch Paare auf", weiß Nora Musenbichler, Koordinatorin der VinziWerke. 13 Zimmer, meist Doppelzimmer, stehen vorübergehend für Wohnungslose parat. Hier sollen sie zur Ruhe und letztlich auch auf eigene Beine kommen, etwa dank der Schuldenberatung.
Preis pro Nacht
Dafür ist bloß ein Euro pro Nacht fällig. Daher lebe das von Pfarrer Wolfgang Pucher gegründete VinziTel von freiwilligen Spenden. "Außerdem sind hauptsächlich ehrenamtliche Helfer tätig. Und Stadt wie Land beteiligen sich anteilsmäßig an den Kosten für zwei fixe Mitarbeiter."
Auf die morgige Geburtstagsfeier machen ja seit Längerem Plakate aufmerksam. Darauf sind Bewohner wie Mitarbeiter von VinziTel zu sehen – wobei bewusst verschwiegen wird, wer davon "bloß" ein willkommener Gast ist. Rund um die Uhr . . .
















