Sprachlicher Soundtrack des Lebens
Lektüre für alle Lebens-lagen und Launen: die "manuskripte", Heft 195.

Foto © Privatmanuskripte. Heft 195. 10 Euro. Erhältlich im guten Buchhandel
GRAZ. Kürzlich kam per Zufall dieser Satz des Weges: "Was er las, verstand er meistens auch; und wenn er aus manchem den Sinn nicht herausfand, welchen der Autor hineingelegt hatte, so fand er einen anderen Sinn heraus oder legte ihn hinein, der ganz allein gehörte, und mit welchem der Autor sehr oft zu frieden sein konnte". Besser lässt sich die immer wieder faszinierende Lektüre der "manuskripte" kaum beschreiben. Es sind wunderbare Leseabenteuer auf fremd vertrautem Terrain, das sprachlich stets ins Offene, Neue, Unerwartete und Vielschichtige führt. Es ist, um eine Feststellung von Andrea Grill abzuwandeln, der sprachliche Soundtrack des Lebens in allen nur erdenklichen Phrasierungen, mit allen nur möglichen Schattierungen.
Die Vielzahl an großartigen Dichterbegegnungen beginnt mit Gernot Wolfgruber, der einen Auszug aus einem neuen Roman präsentiert, sie setzt sich fort bei Dieter Sperl und dessen mosaikhafter Prosa und sie endet bei einer persönlichen Lieblingsautorin, Olga Martynova, noch lange nicht. Für all die exzellenten Autorinnen und Autoren, die in diesem Heft versammelt sind, sei es Wolfram Malte Fuentes mit seinen Gedichten oder Marika Ivanovi mit ihrem berührenden "Erinnerungswahn", gilt eine klare Devise: Sie wollen es uns, den Lesern nicht leichter machen, als es uns die Welt macht. Umso leichter fällt es, eine dringende Lese-Empfehlung auszusprechen.















