Die alten Rollenbilder durchbrechen
Viel zu selten noch wagen Mädchen den Sprung in die Technik. Am heutigen "Girls' Day" sollen sie für diese oft lukrativen Berufe begeistert werden. Doch in den Köpfen gibt es noch oft die alten Rollenbilder.

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Die neuen Technikfelder wie Nano- und Biotechnologie, Umwelt- und Energietechnik boomen - und sie bieten viele berufliche Möglichkeiten. Doch nach wie vor klagen technische Schulen und Universitäten wie die Grazer Bulme, die TU Graz oder die Montanuni in Leoben über einen eher geringen Zulauf von Mädchen und jungen Frauen.
Am heutigen "Girls' Day" können diese jedenfalls in die Technik hineinschnuppern. Das Ziel: Mädchen von Berufen wie Einzelhandels- und Bürokauffrau oder Friseurin wegzubringen. Immerhin 46 Prozent der weiblichen Lehrlinge wählen noch immer einen dieser Jobs. Das schlägt sich schon früh finanziell nieder: Friseure steigen mit 353 Euro ins erste Lehrjahr ein, Metalltechniker schon mit 536 Euro.
Die Realität ist auch an technischen Schulen ernüchternd: Nur sechs Prozent der Schüler an der HTL Bulme Graz-Gösting (mit Fächern wie Elektrotechnik, Maschineningenieurwesen) sind Mädchen. "Immerhin, in der 1. Klasse der Wirtschaftsingenieure sind von 24 Schülern zehn Mädchen. Das ist aber außergewöhnlich", sagt Bulme-Direktorin Ingrid Tlapak, selbst technische Mathematikerin. Der Grund: die geschlechtsspezifische Erziehung, aber auch das Bildungssystem. So stelle dieses den Schülern frei, technisches oder textiles Werken zu wählen. Viele Mädchen wählen noch immer Letzteres.
Langsame Bewegung
Optimistisch zeigt sich Thomas Krautzer, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung. "Erstmals haben wir heuer mit der Metalltechnikerin einen technischen Beruf in den Top-Ten-Lehrberufen der Mädchen", sagt er. "Es bewegt sich etwas, zwar langsam, aber immerhin." Er sieht in der traditionellen Berufswahl der Mädchen einen Grund dafür, dass Frauen im Schnitt immer noch viel weniger verdienen als Männer. Es herrschten noch immer alte Stereotypen in den Köpfen.
Bei den Betrieben gebe es jedenfalls ein Umdenken, erklärt Gottfried Krainer, Leiter der Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer. "Viele sind verstärkt offen für Frauen in technischen Berufen." Das liege nicht zuletzt auch am Druck durch die demografische Entwicklung.
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Kommentar
Girls' Day
Der Girls' Day ist ein einmal im Jahr stattfindender Aktionstag, der speziell Mädchen und Frauen motivieren soll, technische und naturwissenschaftliche Berufe zu ergreifen. Er soll damit dazu beitragen, den Anteil der weiblichen Beschäftigten in den sogenannten "Männerberufen“ zu erhöhen und damit den sich abzeichnenden Fachkräftemangel in der Industrie zu verringern.
Quelle: Wikipedia














