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    Zuletzt aktualisiert: 25.04.2012 um 18:52 UhrKommentare

    Steiermark wächst trotz Sparstift

    Die steirische Wirtschaft wird auch 2012 stärker wachsen als die gesamtösterreichische. Von chinesischen Zahlen ist man freilich trotzdem weit entfernt.

    Chefökonom der IV Christian Helmenstein

    Foto © APAChefökonom der IV Christian Helmenstein

    Ausgerechnet dem Professor ging bei seiner Powerpoint-Präsentation ein Teil der Folien flöten. Weil Karl Aiginger, Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO), aber zum einen rhetorisch gut geschult ist, und zum anderen sein Geschäft schon etwas länger macht, konnte er zur wirtschaftlichen Entwicklung der Steiermark beim Konjunkturgespräch der Raiffeisenlandesbank (RLB) im Grazer Kongress auch ohne technische Helferleins einiges sagen. So sei es vor allem interessant, dass sich die "Budgetkonsolidierung der steirischen Politik offenbar nicht negativ auf die Wirtschaft auswirkt." Aiginger rechnet für das aktuelle Jahr sogar mit einem einhergehenden Wirtschaftswachstum von bis zu 0,75 Prozent - damit wäre die Steiermark wie schon in den letzten zehn Jahren dem österreichischen Durchschnitt (2012: 0,4 Prozent Wachstum) knapp voraus.

    "Verlorene Halbdekade"

    Von einem "grundsätzlich intakten Aufschwung" spricht der Chefökonom der Industriellenvereinigung (IV), Christian Helmenstein, in Bezug auf die österreichische Konjunktur. Just in diesen Wochen setze nach einer "zwischenzeitlichen Stagnationsphase eine moderate Frühjahrserholung" ein. Für die EU als Ganzes sieht Helmenstein nur in manchen Bereichen grünes Licht. Nach wie vor gäbe es ein zu großes Maß an wirtschaftlicher Heterogenität (funktionierender Norden, kaputter Süden) und die Stärkeren werden den Schwächeren in den kommenden Jahren "sogar noch davonlaufen." In der Industrieproduktion blicke man zudem auf eine "verlorene Halbdekade" zurück, dafür sei die Entwicklung des Ölpreises keine große Bedrohung. Helmenstein: "Wir haben zwar nominell hohe Preise zu zahlen, bewegen uns aber (nach inflationskorrigierter und wechselkursbereinigter Betrachtungsweise, Anm.) auf einem realen Wert, den wir bereits Anfang der 80er-Jahre hatten."

    China: 15 Prozent Lohnplus

    Während man als "Fixkomponente" beim Konjunkturgespräch in die wirtschaftliche Zukunft Österreichs und der Steiermark blickte, lag der "variable", zweite Schwerpunkt heuer auf der chinesischen Volkswirtschaft. Diese, so der RBI-Niederlassungsleiter in Peking, Andreas Werner, "soll langsamer, aber nachhaltiger wachsen." Die Zahlen sind trotzdem beeindruckend: So wird China 2012 etwa acht Prozent Wirtschaftswachstum haben, dabei acht Millionen neue Jobs kreieren und die Minimallöhne der Arbeiter im Schnitt um 15 Prozent erhöhen.

    MARKUS ZOTTLER

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